Ausstrahlung kommt von innen, oder?

Wir starten heute eine ganz neue Kategorie bei BeYourBest. Die Artikel kommen exklusiv aus unserem „BeYourBest Inside“-Bereich. Bislang konntest Du hier vor allem mehr darüber erfahren, wie Du Deinen Erfolg selbst in die Hand nimmst (Ziele setzen, Zeitmanagement, Motivation). Vernachlässigt haben wir dabei größtenteils, dass Erfolg auch stark von anderen Menschen in Deiner Umgebung abhängt. Deshalb wollen wir Dir mit der Kategorie „Charisma“ helfen, Deine Wirkung auf andere zu verbessern. Es geht also darum, wie Du Dich in sozialen Situationen selbst besser präsentieren kannst und einfach besser ankommst.

Der heutige Artikel bildet dabei die Grundlage für die kommenden Artikel. Denn bevor wir uns um die beste Körpersprache, den ersten Eindruck oder überzeugendes Präsentieren kümmern, müssen die inneren Voraussetzungen stimmen.

Echte, also ehrliche und nicht manipulierte, Ausstrahlung kommt von innen! Überleg mal: Wenn Du innerlich glücklich bist, siehst Du auch nach außen glücklich aus und benutzt eher positive Worte. Was Du denkst überträgt sich auf Deine Körpersprache und Deine Stimme.

Kennst Du folgende Situation aus einem Kaufhaus?

Du bist in der Bekleidungsabteilung und eine breit grinsende Verkäuferin kommt auf Dich zu und fragt: „Kann ich Ihnen helfen?“ „Nein, ich schaue mich nur um.“, antwortest Du und hoffst, nun in Ruhe weiter einkaufen zu können. Aber dann hast Du etwas gefunden, das Du in der Umkleidekabine anprobieren möchtest. Das versteht die Verkäuferin als Einladung, nun zu kommentieren, wie toll das Kleidungsstück doch zu Deinem Typ passt. Vielleicht bringt sie Dir gleich auch noch weitere (teure) Stücke, die Du unbedingt einmal anziehen solltest.

Ich möchte an dieser Stelle nicht alle Verkäufer als schlechtes Beispiel heranziehen. Es gibt wirklich auch einige gute. Aber gewisse Verkäufer sind auf Anhieb unsympathisch. Wir spüren, dass etwas nicht „stimmt“. Auch wenn die Verkäuferin lächelt und auch sonst alles richtig macht, haben wir das Gefühl, dass das Verhalten nur aufgesetzt und nicht ehrlich ist.

Das passiert, wenn unsere innere Haltung nicht mit dem übereinstimmt, was wir nach außen vermitteln. Deshalb kann Dir jede „Technik“, die Du hier in dieser Kategorie lernen kannst, nur helfen, wenn sie kongruent mit Deinen Gedanken und Gefühlen ist. Und selbst wenn Du ein so guter Schauspieler bist, dass Dein Gegenüber Deine wahren Intentionen nicht bemerkt, hast Du diesen Menschen garantiert für immer verloren, wenn er irgendwann die Wahrheit erfährt!

Berechtigtes Selbstvertrauen

Wenn Du andere Menschen mit mehr Ausstrahlung im täglichen Leben begeistern willst, entsteht diese Kongruenz nur, wenn Du selbst an Dich glaubst. Wie willst Du besser ankommen, wenn Du nicht einmal selbst von Dir überzeugt bist? Deshalb ist Selbstvertrauen für Deine innere Haltung extrem wichtig!

Aber was genau ist Selbstvertrauen eigentlich? Vielleicht hast Du Dir über diese Frage noch nie Gedanken gemacht. Trotzdem weißt Du instinktiv, wann Du an Dich glaubst und wann nicht: In einer Situation geht es Dir richtig gut und Du fühlst Dich wohl in Deiner Haut. In einer Situation fühlst Du Dich sehr unsicher. Ein Beispiel:

Eine Situation, in der wir uns fast alle unsicher fühlen, ist das Betreten eines Raums mit lauter unbekannten Menschen, die sich in kleinen Grüppchen angeregt miteinander unterhalten. Du weißt nicht, wie Du ins Gespräch kommen kannst und fühlst Dich wie ein Fremdkörper. Dir fehlt dann das nötige Selbstvertrauen, weil Du nicht weißt, wie Du Dich verhalten sollst.

Stell Dir auf der anderen Seite einmal vor, Du bist gerade dabei, Dein Lieblingshobby auszuüben. Ein Instrument spielen, Sport treiben oder malen zum Beispiel. Etwas, das Du schon jahrelang machst – vielleicht so oft, dass alle Bewegungen schon automatisch ablaufen. Egal was passiert, Du weißt, dass Du Dein Hobby kannst. Du hast absolutes Vertrauen in Deine Fähigkeiten!

Diese beiden Situationen machen deutlich, was Selbstvertrauen eigentlich ist: Es ist das Gefühl, einer Aufgabe gewachsen zu sein. Dabei musst Du beachten, dass es sich nur um das „Gefühl“ handelt. Mit anderen Worten: Du kannst objektiv berechtigtes und unberechtigtes Selbstvertrauen haben. Denk nur mal an die ganzen „Gesangstalente“ in den deutschen Castingshows.

Dein berechtigtes Selbstvertrauen in bestimmten Situationen hängt damit maßgeblich von Deinem eigenen Selbstbild und Deinen tatsächlichen Fähigkeiten ab. Wenn beides zusammenpasst, hast Du die richtige Balance gefunden (blaue Linie). Das ist berechtigtes Selbstvertrauen. Dein Selbstvertrauen ist nicht zu hoch (rote Linie) und auch nicht zu niedrig (gelbe Linie).

Darstellung Berechtigtes Selbstvertrauen

Ultimatives Selbstvertrauen

Die Konsequenz aus dem Schaubild wäre jetzt eigentlich folgende: Wer mehr berechtigtes Selbstvertrauen haben will, muss sich mehr Fähigkeiten aneignen. Und das ist grundsätzlich auch richtig. Wenn Du in einem bestimmten Bereich selbstbewusster sein möchtest, ist das die sicherste Methode: Eigne Dir die notwendigen Fähigkeiten an und steigere so kontinuierlich Dein Selbstvertrauen.

Aber es gibt noch eine höhere Ebene, die wir bisher nicht berücksichtigt haben: Ich nenne es „Ultimatives Selbstvertrauen“. Denn klar ist, dass wir alle immer wieder in Situationen geraten, bei denen uns die nötigen Fähigkeiten fehlen werden. Trotzdem gibt es Menschen, die auch in solchen Lagen noch eine innere Ruhe ausstrahlen, die sagt: Ich bekomme das in den Griff! Und diese Haltung ist kongruent mit der inneren Welt. Diese Menschen sind nicht zu selbstbewusst (rote Linie), sondern haben eine andere Ebene erreicht, für die das obige Bild nicht gilt. Ultimatives Selbstvertrauen heißt, unabhängig von Deinen Fähigkeiten darauf zu vertrauen, eine Situation meistern zu können. Es entsteht, wenn wir uns selbst für das respektieren, was wir können und was nicht.

Das ist natürlich sehr abstrakt. Was kannst Du konkret machen, um mehr ultimatives Selbstvertrauen zu entwickeln?

Tu so, als hättest Du ultimatives Selbstvertrauen!

Wie Du das machst? Indem Du die Haltung von Menschen mit ultimativen Selbstvertrauen „kopierst“. Diese Art von Selbstvertrauen entsteht bei Menschen, die…

  • akzeptieren, dass sie nie alles können werden.
  • ehrlich sagen, wenn sie etwas nicht wissen oder können.
  • verstehen, dass Selbstvertrauen nicht damit zusammenhängt, ob sie besser als andere sind.
  • bereit sind, von anderen Menschen Hilfe entgegenzunehmen.
  • jeden Tag versuchen, ihr Bestes zu geben.
  • wissen, dass auch Niederlagen kommen werden.

Jetzt wirst Du absolut mit Recht sagen, dass dieser „Fake it till you make it“-Ansatz dem Kongruenz-Gedanken von oben vollkommen widerspricht. So tun als ob, ist doch genau das, was die Verkäuferin in unserem obigen Beispiel macht. Aber ultimatives Selbstvertrauen kannst Du von beiden „Seiten“ erreichen: Durch das Ändern Deiner inneren Haltung oder Deiner äußeren Darstellung. Ich will Dir das anhand eines Beispiels zeigen:

Ultimatives Selbstvertrauen: Durch Deine innere Haltung und Deine äußere Darstellung

Wenn Du im Inneren absolut glücklich bist, äußert sich dieses Glück nach außen meistens auch durch ein Lächeln (1). Andersherum ist es aber auch erwiesen, dass Du mit Hilfe eines äußeren Lächelns auf Deine innere Haltung sehr positiv einwirken kannst (2). Die beste Variante ist allerdings die Nummer 3! Wenn Du gleichzeitig an Deiner inneren Haltung und Deiner äußeren Darstellung arbeitest, potentiert sich das Ergebnis. In unserem Beispiel bist Du innen glücklicher und zeigst dies auch nach außen mit einem breiten Grinsen. Und dann ist auch die Kongruenz wieder gewahrt.

Wie zeigt sich Selbstvertrauen nach außen?

Damit bleibt natürlich noch die Frage, wie Du Selbstvertrauen ausstrahlen kannst. Denn die Eigenschaften der obigen Aufzählung müssen sich bei dem eben vorgeschlagenen „Fake it till you make it“-Ansatz auch nach außen bemerkbar machen.

Dazu gibt es in den folgenden Artikeln dieser Kategorie natürlich noch zahlreiche Tipps und Techniken. Aber als Einstieg folgende Beobachtung:

Selbstvertrauen äußert sich durch das, was Du nicht machst!

Menschen, die über viel Selbstvertrauen verfügen, fallen meistens durch ihre bedachte und entspannte Art auf. Nervöse Bewegungen kannst Du bei ihnen nicht wahrnehmen. Jede Handlung scheint wohl überlegt und mit einem Ziel vor Augen zu geschehen. Wie bei Deinem Lieblingshobby, wirkt alles vollkommen natürlich. Wer Selbstvertrauen ausstrahlt, zeichnet sich also gerade dadurch aus, dass er auf die (überflüssigen) hektischen Reaktionen verzichtet und so letztlich anderen das Gefühl vermittelt, jeder Aufgabe gewachsen zu sein.

Du kannst also versuchen, eine ruhigere Grundhaltung auszustrahlen. Gehe bewusst etwas langsamer oder senke Dein Redetempo ein wenig. Pass aber darauf auf, dass Du dadurch nicht lustlos und gefühllos wirkst.

Eine faszinierende Ausstrahlung hat viel mit Deinem Selbstvertrauen zu tun. Lies noch einmal die Liste der Eigenschaften, die für Dein ultimatives Selbstvertrauen wichtig sind. Versuche in den nächsten Tagen bewusst darauf zu achten, wer auf Dich selbstbewusst wirkt und warum. Anschließend kannst Du vielleicht ein paar Verhaltensweisen „kopieren“. Achte aber gleichzeitig darauf, dass Deine innere Haltung möglichst kongruent zu Deinem äußeren Bild ist.

2 Kommentare

  • ok, das mit dem langsamer gehen und reden funktioniert tatsächlich, das habe ich schon seit jahren festgetsellt.
    und ich beherzige auch mindestens 4 der obigen 6 punkte.
    leider ist mein selbstvertrauen total im arsch.
    need more input!!

    soweit, guter beitrag
    gut das ihr wieder weiter macht!

  • Super Artikel. Finde ich gut formuliert, dass man mit genug Selbstvertrauen, weniger macht. Also statt zu überlegen wie man Selbstbewusst wirkt, einfach darauf vertraut, das man Selbstbewusst handeln/agieren wird. Fake it, till you make it. Zeigt auch mal wieder wie Körper und Geist zusammen spielen.

    Lg Andre

Was ist Deine Meinung?

*erforderlich, E-Mail wird nicht veröffentlicht.