Regelmäßiges Sparen

Wenn Du vom Zinseszinseffekt (Reich werden ist gar nicht so schwer) profitieren willst, benötigst Du natürlich Geld zum Investieren. Viele Menschen laufen aber durchs Leben und haben am Ende des Monats kein Geld mehr übrig, um es anzulegen. Falls zum Abschluss des Jahres noch ein wenig Geld auf dem Konto übrig bleibt, steht Weihnachten schon vor der Tür und zehrt die letzten Reserven auf. Es scheint fast unmöglich zu sein, jeden Monat eine große Summe Geld Beiseite zulegen.

Wie oft hast Du Leute sagen hören „Wenn ich mehr verdienen würde, könnte ich auch richtig sparen.“? Dabei es ist nicht entscheidend, wie viel Du verdienst, sondern wie viel Du von dem Geld gleich wieder ausgibst. Es handelt sich meistens also nicht um ein Einkommens- sondern um ein Ausgabeproblem. Deshalb sollte es Dein Ziel sein, unabhängig von Deiner finanziellen Situation jeden Monat Geld zu einzusparen.

Am besten sorgst Du dafür, dass automatisch ein bestimmter Betrag pro Monat auf ein separates Konto umgeleitet wird bevor Du das Geld ausgeben kannst. Auf diese Weise sind keine eiserne Spardisziplin oder zeitaufwendiges eigenhändiges Überweisen nötig. Du machst Dir das Sparen viel leichter! Allerdings hast Du so am Monatsende natürlich weniger Geld zum Ausgeben. Wie kannst Du also Deine Lebensqualität beibehalten und dennoch ein Vermögen aufbauen?

Finde Deinen „Latte-Faktor“

Der amerikanische Autor David Bach hat sich für das Einsparen kleiner Beträge den Ausdruck „Latte-Faktor“ ausgedacht. Wer jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit einen Latte Macchiato und einen Muffin bei Starbucks kauft, gibt etwa 5€ am Tag aus. Solche kleinen Beträge können zusammenaddiert einen hohen Betrag ausmachen und sind oft entbehrliche Ausgaben. Wofür gibst Du täglich Geld aus? Welche dieser Ausgaben sind wichtig, welche eher unnötig? Ein paar Beispiele:

  • Jeden Morgen einen Kaffe in einem Coffeeshop kaufen.
  • Häufig zum Essen in Restaurants gehen.
  • Im Fitnessstudio Mitglied sein und nur einmal die Woche hingehen.
  • Zigaretten.
  • Abonnements von Zeitschriften, die Du nicht mehr liest

Das heißt natürlich nicht, dass Du auf alles verzichten sollst, nur um Geld einzusparen. Aber jeder hat irgendwelche kleinen Ausgaben, die nicht notwendig sind und die ein hohes Sparpotential haben. Wenn Du einen Weg findest, jeden Tag 5 € einzusparen, sparst Du in einer Woche 35 € und in einem Monat 150 €. Wird dieses Geld mit einer jährlichen Rate von 10% Zinsen angelegt, ergeben sich folgende Summen:

Sparpotential bei 5 € am Tag

Das Anlegen von nur 5 € am Tag kann am Ende einen riesengroßen Unterschied machen (nach 30 Jahren fast 340.000 €). Versuche deshalb in den nächsten Tagen Deinen persönlichen „Latte-Faktor“ zu finden.

Natürlich reichen 150 € im Monat in der Regel nicht, um finanziell unabhängig (Reich werden ist gar nicht so schwer) zu werden. Aber es ist ein Anfang!

Wie viel kannst Du einsparen?

Neben solchen täglichen Einsparungen ist es sinnvoll, einen bestimmten Prozentsatz des Gehalts für den Vermögensaufbau zu verwenden. Die Höhe hängt wesentlich von der Anzahl der Jahre ab, die Du noch arbeiten möchtest. Wenn Du schnell reich werden willst, sind 20% des Gehalts optimal. Das ist ein unvorstellbar großer Anteil!

Es ist aber wie beim Sport. Du wirst einen Marathon ohne Training nicht meistern. Ebenso ist das Einsparen von 0 auf 20% in einem Monat utopisch. Fang klein an! Leite diesen Monat lediglich 1% Deines Gehalts auf ein anderes Konto um. Am Ende des Monats wirst Du keinen großen Unterschied bemerken. Du kannst auf diese Weise Deine Sparquote langsam steigern. Außerdem kannst Du im Falle einer Gehaltserhöhung die Hälfte dieses zusätzlichen Einkommens für Deinen Vermögensaufbau nutzen. So vergrößert sich der Prozentsatz immer weiter bis Du irgendwann bei einer Quote von 20% liegst.

Noch mal: Es geht nicht darum, die Lebensqualität einzuschränken oder auf alles zu verzichten. Reichtum ist auch mit geringeren Prozentsätzen zu erreichen. Wichtig ist vor allem, dass Du überhaupt einen bestimmten Betrag pro Monat sparst. Bestenfalls wird das Geld automatisch umgeleitet und Du bemerkst am Ende des Monats nicht einmal, dass Du weniger Geld zum Ausgeben hattest. Teilweise gibt es auch die Möglichkeit, das Gehalt vor Abzug der Steuern in geförderte Altersvorsorgepläne zu investieren. Diese „Steuergeschenke“ solltest Du unbedingt nutzen. Also finde Deinen „Latte-Faktor“ und steigere langsam den Anteil Deines Gehalts, mit dem Du Dein Vermögen aufbaust.

6 Kommentare

  • Hallo Sven-Alexander,
    in welcher Zeit lebst du denn?? eine Rendite von 10% ist heute nur noch bei höchst risikofreudigen Aktienanlagen zu erreichen. Bei solch utopischen Zahlen kann ich auch jeden noch so kleinen Sparobolus schönrechnen. Bitte etwas mehr Realität!!
    Liebe Grüße
    Nani

  • Hallo Nani Ullrich,
    also da muss ich Sven-Alexander in Schutz nehmen. 8-12% Rendite bei Aktienfonds mit einer Laufzeit von 10-20 Jahren ist durchaus realistisch. Dazu gehört aber ein wirklicher Sparplan und die Fonds dürfen natürlich nicht in einer Rezession verkauft werden. Und Aktienfinds mit einem Dax-Portfolio halte ich für weniger Risikofreudig.

    schöne Grüße
    Ole

  • Viele möchten gerne reich sein,
    wenige möchten es werden.

    Der Weg zum Reichtum erscheint vielen Menschen zu mühselig und zu steinig zu sein.

    Es ist durchaus realistisch kleinere Geldausgaben bewusst einzusparen und gewinnbringend anzulegen. Aktienfonds bieten dafür eine gewinnbringende Möglichkeit. Es können leicht 12% pro Jahr erziehlt werden. Es ist aber zu empfehlen, die Entwicklung der Fonds im Auge zu behalten und gegebenenfalls vorübergehend auszusteigen um später zu einem günstigeren Kurs wieder einzusteigen.

  • Ich bin ja sonst nicht so der große Blog-Leser, aber ihr fesselt mich

  • Vielen Dank für den Artikel, ich finde mich zu 100 % in ihm wieder!

    Auch mir fiel es bisher schwer, eisern jeden Monat Geld zur Seite zu legen. Dabei verdienen mein Mann und ich gut. Aber wir haben jedes Jahr eine teure Fernreise gemacht, für die wir gespart haben, wir haben unsere Hobbys, ich kaufe mir gerne regelmäßig neue Kleidung – kurz: Wir haben unser Geld einfach ausgegeben und das Leben in vollen Zügen genossen. Doch im letzten Jahr kam der Dämpfer: Wir haben über eine eigene Immobilie nachgedacht und mussten feststellen, dass wir kein nennenswertes Eigenkapital haben. Darum fand bei uns ein Umdenken statt. Seit ca. 6 Monaten führen wir ein Haushaltsbuch und leiten am Monatsende jeweils 300 Euro vom Gehalt auf ein Tagesgeldkonto um. Und ich merke, dass ich mich trotzdem nicht großartig einschränken muss in der Lebensqualität. Auch mein obligatorischer Kaffee auf dem Weg zur Arbeit ist noch drin :-)

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