Motivation – Eine Einführung

Das Wort “Motivation” begegnet Dir heutzutage ständig und Du kannst immer wieder lesen, wie wichtig Motivation ist, wenn Du etwas erreichen willst. Aber was genau bedeutet Motivation eigentlich und wie motivierst Du Dich? Erste Antworten gibt es in dieser Einführung, alles Weitere findest Du in den anderen Artikeln der Kategorie Motivation heraus.

Motivation ist Deine innere Kraft und Leidenschaft, die Dich dazu bringt, zu handeln und Ziele zu erreichen. Klare Ziele zu haben, ist zwar absolut notwendig, aber Deine Motivation hilft Dir dabei, anschließend den ersten Schritt zu gehen und jeden Tag ein kleines Stückchen weiterzukommen. Häufig ist Motivation also nicht viel mehr als eine Zündkerze, die für den ersten Funken sorgt, damit der Motor ins Rollen kommt. Aber auch zum Durchhalten brauchst Du meistens viel Motivation.

Wann warst Du das letzte Mal richtig motiviert? Wann hattest diesen inneren Drang, etwas unbedingt erledigen zu wollen, und hast alles um Dich herum vergessen? Du arbeitest dann mit viel Dynamik und Entschlossenheit an allen Aufgaben. Alles geht schnell von der Hand und macht Spaß. Du hast das Gefühl, dass Dich niemand auf der Welt stoppen kann. Dieses Gefühl wollen wir jetzt aus Dir herausholen.

Wie entsteht Motivation?

Du kannst ganz allgemein zwischen zwei verschiedenen Arten von Motivation unterscheiden: Extrinsische und intrinsische Motivation. Extrinsisch steht für ein von außen kommendes Ereignis. Bezogen auf Deine Motivation bedeutet das, dass Du von äußeren Einflüssen motiviert wirst.

Extrinsische Motivation

Du tust etwas für Geld, weil Dein Chef Dich angeschrien hat oder um einen Wettbewerb zu gewinnen. Du vermeidest ein bestimmtes Verhalten, weil Du nicht bestraft werden willst oder Anerkennung anstrebst.

Intrinsische Motivation auf der anderen Seite kommt von innen. Du tust etwas, weil Du es willst.

Intrinsische Motivation

Du tust etwas, weil Du darin besser werden oder ein selbst gestecktes Ziel erreichen willst. Du vermeidest ein bestimmtes Verhalten, weil es Deiner inneren Überzeugung widerspricht.

Grundsätzlich schlägt intrinsische extrinische Motivation

Arme Leute arbeiten für Geld, reiche Leute, weil es ihnen Spass macht. Will Smith

In der Vergangenheit konnte bei sozialen Experimenten immer wieder gezeigt werden, dass die intrinsische Motivation jedenfalls langfristig wesentlich besser für Dich ist als Motivation von außen. Besonders bei Dingen, die Du eigentlich sehr gerne tust, kann extrinsische Motivation sich sogar schädlich auswirken. Denn wir gewöhnen uns schnell daran, eine Belohnung für ein Verhalten zu bekommen, und meiden es dann später, wenn wir nichts mehr dafür bekommen. Folgendes Beispiel illustriert diesen Effekt:

Kinder wurden in zwei verschiedene Gruppen eingeteilt und dann jeweils für eine Stunde mit Stiften und Papier alleine in einem Raum gelassen. Während Gruppe 1 wortlos in den Raum geschickt wurde, erhielt Gruppe 2 den Hinweis, dass sie für das Malen von Bildern am Ende Süßigkeiten bekommen. Beide Gruppen nutzten die Zeit, um Bilder zu malen.

Malendes Kind

Foto: Paul Bonhomme / flickr.com

Eine Woche später wiederholte man das Experiment, so dass sich bei Gruppe 2 nun fest das Muster eingeprägt hatte: Wenn ich male, bekomme ich Süßigkeiten. Gruppe 1 malte die Bilder zum Zeitvertreib, weil sie daran Spaß hatten. Bereits zu diesem Zeitpunkt zeigte sich, dass die Kinder, die für die Belohnung malten, weniger Interesse am Malen hatten. Sie taten es nur noch für die Süßigkeiten.

In der dritten Woche bekam Gruppe 2 dann wie Gruppe 1 keine Süßigkeiten mehr. Hier zeigte sich das wahre Ausmaß der unterschiedlichen Vorgeschichte. Die zweite Gruppe war größtenteils nicht mehr bereit, die Zeit zum Malen zu nutzen. Selbst Kinder, die in ihrer Freizeit sonst gerne malten und damit eigentlich eine hohe intrinsische Motivation mitbrachten, weigerten sich in dieser Belohnungsumgebung, Bilder zu malen.

Extrinsische Motivation ist deshalb aber nicht immer schlecht. Denn wie oft musst Du langweilige Dinge tun, auf die Du keine Lust hast? Intrinsische Motivation lässt sich dann nicht so einfach aus dem Hut zaubern. Deine Motivation kannst Du dann aber steigern, indem Du entweder mit Belohnungen arbeitest oder Dich in einem Wettbewerb mit anderen misst. Stell Dir vor, Du müsstest 500 Briefe eintüten, frankieren und abschicken. Wie viel motivierter wärst Du, wenn Du mit einem Kollegen um ein Essen wettest, wer als erstes 250 Briefe fertig gestellt hat und ihr Euch dabei auch noch gegenüber sitzt? Gerade monotone Arbeiten sind deshalb besonders geeignet für extrinsische Anreize.

Erfolg als größter Motivator

Ganz unabhängig von der Unterscheidung zwischen intrinischer und extrinsischer Motivation ist das Erreichen eines Ziels in doppelter Hinsicht die beste Motivation. Denn eine erfolgreich abgeschlossene Aufgabe kombiniert die innere Zufriedenheit mit der äußeren Belohnung. Daraus ergibt sich ein ganz einfacher Zusammenhang:

Wenn wir mehr für ein Ziel tun, sind wir grundsätzlich schneller und besser, was unsere Motivation aufrecht erhält. Das Gefühl, etwas erreicht zu haben oder neue Fähigkeiten erlernt zu haben, kannst Du deshalb für eine Art Aufwärtsspirale nutzen, bei der Deine Motivation immer weiter steigt. Umgekehrt ist es aber auch möglich, dass die Spirale nach unten zeigt: Wenig Motivation – wenig Einsatz – Ziel nicht erreicht – noch weniger Motivation.

Wie kannst Du Dir also die Initialzündung geben, dass Deine Motivation immer weiter steigt? Wenn Du Deine eigenen Ziele wenig motiviert angehst, liegt das oft daran, dass Du selbst nicht an das Erreichen des Ziels glaubst. Damit Dein großes Ziel nicht so überwältigend wirkt, unterteile es in mehrere Zwischen- bzw. Nahziele. Diese kleinen Ziele gliederst Du dann in leicht durchzuführende Aufgaben. Denn je mehr kleine Aufgaben Du erledigst, die Dich näher an Dein großes Ziel bringen, desto bestimmter und selbstbewusster gehst Du vor. So wächst auch Deine Motivation Stück für Stück!

Denk jetzt einmal an die verschiedenen Aufgaben, die Du heute oder morgen noch erledigen musst. Wie kannst Du Deine Motivation steigern? Gibt es Dinge, für die Du Dich auch selbst (intrinsisch) begeistern kannst? Wie könntest Du langweilige Aufgaben mit ein paar extrinsischen Anreizen würzen? Versuche Deine gewonnen Erkenntnisse in den nächsten Tagen bewusst einzusetzen!

4 Kommentare

  • Das hat mir echt geholfen für eine Mathe Schulaufgabe zu lernen. Ich find die ganze Seite toll. Weiter so!!

  • Ja, eure Seite ist echt top. Und dieser Beitrag über Motivation erklärt die Grundlagen ganz gut.

    Freue mich auf weitere Beiträge. Bin schon im Newsletter.

    Gruß, Michel

  • Ja das sehe ich auch so, die extrinsische Motivation ist auch sehr wichtig.

    Warum: Um sich gegenseitig zu erinnern!

    Erinnern an die Möglichkeiten und an die Ziele/Herzensträume die sich der andere vorgenommen hat.

  • Das Spannendste an der intrinsischen Motivation ist, dass sie bei jedem Menschen individuell ist. Darum schlägt sie auch die externen Belohnungen – diese sind zu unspezifisch und darum nicht nachhaltig. Wer die Quellen seiner intrinsischen Motivation kennenlernen möchte, sollte einen Persönlichkeitsfragebogen ausfüllen – mir hat es sehr geholfen. Danke, dass ihr mich mit diesem Beitrag daran erinnert habt :)
    Nadja

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