Innere Lernfaktoren

Lernen hat viel mit der körperlichen Verfassung zu tun. Das Zusammenspiel innerer Faktoren ist einer der Gründe dafür, dass die Lerneffizienz so schwankt und teilweise trotz vorhandener Motivation keine volle Konzentration möglich ist. Durch Beobachtung der eigenen Effizienz in bestimmten Phasen kann man viele dieser Faktoren isolieren und nutzen.

Man kann aber auch überanalysieren; wer dauernd festzustellen meint, er könne heute eben nicht arbeiten, weil er nicht genügend geschlafen habe, zu schlecht gelaunt oder körperlich zu wenig ausgelastet sei, dem möchte man zurufen: Reiß dich zusammen! Bei der Identifikation von physischen Lernfaktoren geht es um Optimierung, um Feintuning, nicht um das Finden von Gründen mit der Arbeit aufhören zu dürfen, wenn sie mal frustriert. An solchen Punkten – und jeder kommt da mal hin – muss man sich durchbeißen.

Im Folgenden werden – recht willkürlich ausgewählt – einige Faktoren vorgestellt. Für den „Durchschnittsmenschen“ gewährleistet ihre Beachtung eine Kontrolle der wichtigsten Faktoren; im Einzelnen mag die persönliche Disposition natürlich abweichen.

Schlaf

Der wohl wichtigste Faktor ist ausreichender Schlaf. Zwar haben viele, gerade junge Menschen das Gefühl, gut mit wenig Schlaf auszukommen, und bei einfacher Arbeit mag diese Rechnung auch noch aufgehen. Zum einen ist aber für die dauerhafte Speicherung von Informationen die nächtliche Reorganisation der neuronalen Verknüpfungen im Schlaf nötig, weswegen andauender Schlafmangel zu einem eklatanten Verlust der Merkfähigkeit führt. Zum anderen halten „Spätschläfer“ selten einen festen Rhythmus ein und leiden dann unter Müdigkeit am Morgen und Schlafstörungen am Abend.

Wie man sich hier schlauerweise disponiert, hängt entscheidend davon ab, worin die zu erledigende Arbeit besteht. Effektives Lernen kann man ohne einen festen Schlafrhythmus vergessen. Einfache Arbeiten wie Kopieren, Telefonieren oder Textverarbeitung gehen dagegen notfalls auch ohne hohe Konzentrationsfähigkeit. Auch hier bedenkt der Umsichtige aber, dass er ausgeschlafen auf seine Mitmenschen netter, frischer und unkomplizierter wirkt – das schließt auch Vorgesetzte ein –, ausreichend Schlaf die Lebenszeit erhöht und man am Tag in der Regel auch besser gelaunt ist, wenn man vorher richtig geschlafen hat.

Hunger

Hunger ist ein vielschichtiger Faktor. Einerseits gibt es die Schulweisheit „ein voller Bauch studiert nicht gern“. Daran stimmt: An jede richtige Mahlzeit schließt sich eine Phase krass herabgesetzter Konzentrationsfähigkeit an. Andererseits kann man sich auch schlapp fühlen, weil man lange nichts gegessen hat – insbesondere ein abgesenkter Blutzuckerspiegel kann die Konzentration brachial herabsetzen. Hier muss jeder die für ihn passende Lösung finden.

Steht zum Lernen ein weit übergroßes Maß an Zeit zur Verfügung, kann dem Trägemachen Rechnung getragen werden, indem die Lernzeit auf die Zeit vor dem Essen gelegt wird. Ist die Zeit – wie in Studium und Beruf üblich – dagegen knapp, kommt man wohl nicht darum herum, die Zeit nach dem Essen ineffektiver arbeitend zu verbringen oder als Pause gleich ganz abzuschreiben. Schlau ist, den Tag über nur verteilt, wenig und stark fettarme Nahrung zu sich zu nehmen – am besten Obst – und das eigentliche Hauptessen direkt vor die Entspannungsphase am Abend zu legen.

Der Einfluss der Essgewohnheiten auf den Lernerfolg wird meist unterschätzt. Er ist wirklich gewaltig. Es lohnt sich, sich selbst über eine Weile beim Arbeiten zu beobachten und die „energiereichen“ Lernphasen unter diesem Blickpunkt zu untersuchen.

Persönliche Zufriedenheit

Für die Aufnahmefähigkeit wichtig ist auch die persönliche Stimmung; nach einer langen Lernzeit ohne zwischenmenschlichen Kontakt drehen viele Menschen durch und werden launisch und ineffektiv. Diesem Effekt wird durch vorgeplante Pausen vorgebeugt, in denen menschlicher Kontakt gepfegt wird. Schlau ist, diese Phasen auf die ohnehin nötigen Ruhephasen zu legen, also auf das Mittagessen oder den Abend.

Körperliche Auslastung

Ein anderer wichtiger Faktor ist die körperliche Auslastung. Wie stark körperliche Ausgleichsbelastung nötig ist um geistige Aufgaben konzentriert durchzuführen ist sehr typ- und phasenabhängig. Tendenziell benötigen Männer mehr Ausgleich als Frauen, Jugendliche mehr als Erwachsene. Als Ausgleichssport bieten sich Sportarten an, bei denen über einen mittleren Zeitraum eine konstante Belastung herrscht, sehr gut geeignet ist Joggen.

Fazit

Im Bereich der inneren Lernfaktoren gibt es vieles selbst zu entdecken; am wichtigsten ist zunächst, stabile und lange Schlafzeiten einzuhalten, sich während des Arbeitens nicht mit Essen vollzustopfen und regelmäßig Menschen zu treffen. Hält man das ein und macht sonst keine krassen Fehler, sind die Grundlagen gelegt.

1 Kommentar

  • Hallo, Die Seite gibt einen viele nützliche tips . Ich habe 3 Kinder und bekomme sehr wenig Schlaf und komm auch wenig zum Essen .
    Das macht sich dann bemerkbar durch schlechte Laune und unkonzentriertheit .

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