Richtig Lernen Einführung

Jeder kennt folgende Situation: Erst kann man sich tagelang nicht motivieren mit dem Lernen anzufangen und wenn man es dann endlich tut, schaut man einen Großteil der Zeit Löcher in die Luft oder malt den Buchrand voll. Selbst wenn man den Text mehrmals liest, scheint nichts hängen zu bleiben – jedenfalls ist aber nach einer Woche alles wieder vergessen.

Ist das ein Problem von Dummheit oder Faulheit, muss man mit seiner „Charakterschwäche“ leben? Ist es einfach der eigene „Lernstil“, erst kurz vor den Prüfungssituationen mit dem Lernen anzufangen?

Bequeme Mythen überwinden

Dabei gibt es genügend Vorbilder: Kinder lernen ihre spätere Muttersprache schließlich auch ohne „Gepauke“; der Fan einer Fernsehserie kann sich die Namen und Charaktereigenschaften der Hauptpersonen mühelos merken. Klar ist also: Effektives Lernen ist eine Frage der Technik!

Der individuelle Weg zum Erfolg

Leider steht das Finden dieser richtigen Technik unter einem großen Vorbehalt: Kein Gehirn ist gleich, kein Mensch lernt gleich. Aus der Fülle von Lerntechniken muss also jeder auswählen, was am besten zu ihm passt. Texte über das Lernen enthalten damit nur Vorschläge, die ausprobiert werden müssen.

Entscheidend ist, die Lerntaktik an die jeweilige Anwendungssituation anzupassen. Für einen Multiple-Choice-Test in der Universität lernt man anders als für Fähigkeiten, die noch lange erhalten bleiben sollen.

Keine Angst vor „Allgemeinplätzen“

Auch wenn im Zusammenhang mit richtigem Lernen oft von Spezialtechniken wie Mindmapping oder Speedreading die Rede ist, sind diese Methoden nur Extras, die nicht über grundlegende Fehler beim Lernverhalten hinweghelfen. Es führt also kein Weg daran vorbei, eigene Verhaltensweisen auch da zu hinterfragen, wo diese schon fest eingeübt sind. Anregungen zum Verändern solcher grundlegender Verhaltensfehler lösen beim Leser zwar oft das Gefühl aus, die Tipps seien „kalter Kaffee“; beispielsweise hat jeder schon oft den Ratschlag gehört, Störungsquellen seien beim Lernen zu vermeiden. Zwischen reiner Erinnerung an abstrakte Weisheiten und der konsequenten Umsetzung liegen aber meist Welten. Gerade Stellen, die wegen der scheinbaren Selbstverständlichkeit ihrer Informationen überlesen werden, hätten die wirklich wichtigen Änderungen gebracht – wäre nur über sie reflektiert worden.

Jetzt loslegen!

Das Gute ist: Mit dem „Lernen lernen“ ist schon ein Gebiet vorhanden, an dem die Techniken ausprobiert werden können. Es gibt also keine Ausreden mehr, jetzt nicht sofort anzufangen!

2 Kommentare

  • Hallo,

    ich halte es auch sehr wichtig, die richtige Lerntechnik zu finden. Es ist für mich nämlich auch sehr wichtig das gelernte Wissen lange im Kopf zu behalten und auch anwenden zu können.
    Wer z.B. ein Fernstudium bei freier Zeieiteilung macht, hat Zeit seine richtige Lerntechnik zu finden.
    Schaut man sich allerdings das reguläre Schulsystem so an, wo Zeitdruck an der Tagesordnung ist, hat der einzelne nicht mehr die Zeit um richtig zu lernen. Ich finde das sehr schade, dass Wissen nicht richtig und effektiv vermittelt wird. Vielleicht sollte man sich ein bisschen mehr Zeit lassen und dafür effektiver lernen.

    freundliche Grüße
    Josef

  • Werden wir doch konkret.
    Schauen wir nach WORTEN im Text, die wir nicht verstehen und nehmen ein Wörterbuch. Schauen wir, welche Bedeutung hier passt, falls es mehrere gibt. Wenn man sich vorstellen kann (in einem Beispiel), was der Satz dann bedeutet, kann man weiter lesen.

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