Im Chaos aufblühen – Drei Methoden, wie Du Stress mit Leichtigkeit meisterst

Mit Sicherheit kennst Du Tage, an denen Du Dich von allem irgendwie überfordert fühlst. Es scheint, als würde Dir die Kontrolle über Dein Leben entgleiten und als könntest Du den Anforderungen nicht mehr gerecht werden. Du reagierst gereizt, kannst Dich nur schwer konzentrieren und willst nur noch eins: Irgendwie weg.

Dieses innere Chaos hält uns davon ab, unsere Ziele zu verfolgen. Wir können nicht unser Bestes geben, wenn wir gleichzeitig kaum noch klar denken können.

Doch es gibt Menschen, die trotz des Chaos um sie herum, cool bleiben. Sie kann scheinbar nichts aus der Ruhe bringen. Während wir uns manchmal schon von Kleinigkeiten völlig aus dem Konzept bringen lassen, händeln sich fast spielerisch mehrere Deadlines gleichzeitig.

In diesem Artikel wollen wir der Frage auf den Grund gehen, was diese Menschen anders machen und was wir davon lernen können. Denn es gibt tatsächlich drei Methoden, die Dir dabei helfen, auch im Stress richtig aufzublühen.

Der Unterschied zwischen äußerem und innerem Chaos

Damit wir diese Methoden richtig verstehen, müssen wir als erstes inneres und äußeres Chaos unterscheiden: Um uns herum passieren ständig Dinge, auf die wir keinen oder nur sehr geringen Einfluss haben. Das Verkehrschaos in der Stadt, die Krise am anderen Ende der Welt, der schreiende Chef oder der sich beschwerende Kunde. Du kannst im Moment des Geschehens kaum etwas dagegen tun, weil Du keine Kontrolle über diese Ereignisse hast. Das ist äußeres Chaos.

Dieses äußere Chaos kann inneres Chaos verursachen. Denn wenn wir nicht aufpassen, wirken sich externe Ereignisse schnell auf unsere Gedanken und Gefühle aus. Sie entwickeln ein Eigenleben. Ein Gedanke führt zum nächsten: Eben noch regst Du Dich über den Stau auf, dann schon über die Arbeit und plötzlich über Deinen Partner. Ein externes Ereignis „infiziert“ alles andere. Plötzlich siehst Du alles kritisch, gibst anderen die Schuld und ärgerst Dich über eigentlich belanglose Dinge.

Mit diesem Gefühl der Wut oder Verzweiflung kannst Du Dich auf nichts mehr konzentrieren. Im Gegenteil: Du bewertest alles negativ und fühlst Dich „diesem ganzen Chaos“ nicht mehr gewachsen. Wenn Du mehrere Tage oder sogar Wochen in diesem Zustand verharrst, wirst Du Dich nur noch gestresst und ausgebrannt fühlen.

Kommen dann noch Zeitdruck und eine Vielzahl weiterer Aufgaben hinzu, entsteht das oben beschriebene Gefühl: Du willst nur noch weg. Du fühlst Dich den Anforderungen nicht mehr gewachsen.

Dem äußeren Chaos einen Riegel vorschieben

Wie Du siehst, hat Stress seinen Ursprung vor allem beim äußeren Chaos. Wenn es uns also gelingt, dass das äußere Chaos weniger Einfluss auf uns hat, sind wir schon einen großen Schritt weiter. Hier setzen auch die Menschen an, die gegen Stress scheinbar immun sind.

Wir können uns abschauen, wie sie mit äußerem Chaos umgehen. Sie wenden drei Methoden an, die den entscheidenden Unterschied machen:

1. Macht es wirklich einen Unterschied?

Täglich passieren hunderte Dinge um uns herum, die wir einfach nicht ändern können: Das Wetter, der Typ, der sich dreist an Dir vorbeidrängelt, oder die Freundin, die das Treffen in letzter Minute absagt. Wir lassen uns mental oder emotional sehr stark davon beeinflussen. Wir denken an nichts anderes mehr, können aber nichts gegen dieses äußere Chaos unternehmen.

Wenn Du Dich weniger von externen Ereignissen beeinflussen lassen willst, solltest Du als erstes versuchen, mit mehr Weitblick über die Geschehnisse nachzudenken. Stell Dir vor, wie es ist, wenn Du in fünf Jahren auf das Erlebnis zurückblickst. Wird es immer noch wichtig sein?

Wenn Du Dein Erinnerungsvermögen testen willst, versuche Dich daran zu erinnern, worüber Du Dir heute vor einem Jahr Sorgen gemacht hast. E. Joseph Cossman

Was sich hier einfach liest, ist in Wahrheit natürlich unglaublich schwer. Sei ehrlich: Wie viel Zeit verbringst Du damit, über Dinge zu grübeln, auf die Du im Grunde keinen Einfluss hast? Wie häufig regst Du Dich über andere Menschen auf, weil sie sich nicht so verhalten, wie Du es von ihnen erwartest?

Wir müssen uns in diesen Momenten bewusst machen, worauf wir Einfluss haben und worauf nicht. Das nächste Mal, wenn Du im Chaos versinkst, Dich über andere Menschen aufregst oder im strömenden Regen stehst, stell Dir deshalb die Frage:

Macht das auf lange Sicht wirklich einen Unterschied?

Oft wirst Du zu dem Ergebnis kommen, dass Dinge eigentlich nicht so wichtig sind. Damit ist schon einmal viel von dem äußeren Chaos verschwunden. Trotzdem bleiben natürlich noch viele Dinge übrig, die für Dich einen echten Unterschied machen. Darauf reagierst Du so:

2. Im Chaos aufblühen

Manche Menschen blühen erst richtig auf, wenn sie herausgefordert werden. Es zeichnet zum Beispiel Spitzensportler aus, dass sie im entscheidenden Moment ihre beste Leistung abrufen können. Während andere unter Druck Fehler machen und nervös werden, wachsen sie noch einmal über sich hinaus.

Dafür gibt es neben dem jahrelangen Training zwei Gründe: Zum einen vertrauen sie voll und ganz auf ihre Fähigkeiten, weil sie wissen, dass sie sich im entscheidenden Moment auf sich selbst verlassen können. Zum anderen gilt für sie das Motto „It’s showtime“ – sie lieben das Chaos!

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Foto: tableatny / flickr.com

Innere Stärke aufbauen

Wir haben schon oft darüber geschrieben, wie wichtig Deine innere Überzeugung ist. Das gilt auch für die Bewältigung von Stress. Du musst überzeugt davon sein, dem äußeren Chaos gewachsen zu sein. Wenn Du weißt, dass Du unter Druck Deine besten Leistungen zeigst, können Dich Deadlines, volle To-Do Listen und die allgemeine Hektik um Dich herum nur schwer aus der Ruhe bringen.

Die entscheidende Frage ist natürlich, wie Du diese innere Stärke aufbauen kannst, falls sie Dir momentan noch fehlt. Hier zwei schnelle Tipps:

  • Bau auf bisherigen Erfahrungen auf. Erinnere Dich an all die Momente, bei denen Du im Chaos und unter Druck erfolgreich warst. So überzeugst Du Dich selbst davon, dass Du in der Vergangenheit unter Stress gute Leistungen gezeigt hast. Am besten führst Du eine Liste, die Du Dir immer wieder durchlesen kannst, wenn das Chaos mal wieder einen Höhepunkt erreicht.
  • Mach Dir klar, dass Fehler nicht gleichbedeutend mit einem vollkommenen Scheitern sind. Dir muss auch unter Druck nicht alles tadellos gelingen! Lerne aus Rückschlägen, lass sie aber nicht an Deiner inneren Stärke nagen. Lies dazu unbedingt auch unseren Artikel „Endlich die großen Zielen angehen“.

Das Chaos lieben

Wenn Du weißt, dass Du dem Druck standhalten kannst und sogar über Dich hinauswächst, wirst Du Chaos nicht mehr so negativ begegnen. Die logische Folge Deiner inneren Stärke ist, dass Du die Herausforderungen suchst: Du liebst das Chaos.

Das äußere Chaos wirkt fast wie ein Treibstoff für Deine Leistungen. Für Dich handelt es sich gar nicht mehr um Chaos, sondern um eine neue Herausforderung, die das Beste von Dir abverlangt.

Wenn es das nächste Mal hektisch wird, Du viele Dinge zur gleichen Zeit erledigen musst, sag Dir „It’s showtime – jetzt blühe ich erst richtig auf!“ Probier es aus. Nur dieser eine Gedanke kann Dich richtig nach vorne bringen.

3. Der Stressairbag

Selbst wenn Du das Chaos liebst und unter Stress Deine beste Leistung abrufen kannst: Zu viel ist zu viel. Du kannst nicht konstant unter Strom stehen. Menschen, die mit Chaos gut zurechtkommen, haben einen Stressairbag, der sich fast wie automatisch öffnet, wenn sie Ruhe benötigen. Er legt sich wie eine schützende Hülle um sie herum und schottet sie von allem ab.

Wenn Du merkst, dass alles zu viel wird, musst Du den Stecker ziehen und Deinen Airbag zünden. Hör auf Deinen Körper. Er weiß, wann der Airbag aufgehen muss. Dann gilt: Smartphone und Computer aus, raus aus der Hektik und vollkommen abschalten. Es hört sich widersprüchlich an – immerhin bist Du ja meistens gestresst, weil es so viel zu tun gibt. Aber:

Wir brauchen Ruhe am dringendsten, wenn wir meinen, keine Zeit dafür zu haben.

Foto: Nikos Koutoulas / flickr.com

Wir brauchen Ruhe am dingendsten, wenn wir meinen, keine Zeit dafür zu haben.

Öffne den Stressairbag. Gönn Dir einen halben Tag in einem Spa, mach einen langen Waldspaziergang oder bleib einfach im Bett liegen. Lass das äußere Chaos nicht an Dich heran, damit sich Deine Gefühle und Gedanken beruhigen können. Anschließend bist Du wieder ausgeruht und wirst mit innerer Stärke im Chaos aufblühen.

Wir haben festgestellt: Stress entsteht vor allem dann, wenn das äußere Chaos sich auf das innere Chaos auswirkt. Mit diesen drei Methoden kannst Du dem äußeren Chaos aber einen Riegel vorschieben.

  1. Versuch Dich immer wieder zu fragen, wie wichtig etwas auf lange Sicht ist: Macht es wirklich einen Unterschied?
  2. Lerne, Dir selbst voll und ganz zu vertrauen, dann wirst im Chaos aufblühen und Deine besten Leistungen zeigen.
  3. Denk immer an Deinen Stressairbag und öffne ihn, um neue Kraft zu schöpfen.

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7 Kommentare

  • Herzliche Glückwünsche und danke, danke, danke!
    Nette

  • Tut gut und kommt genau richtig.

  • Gut beschrieben, dass man im Chaos aufblühen kann. Ich denke auch, dass Situationen, die von Unsicherheit und Risiko geprägt sind, gleichermaßen super Chancen bieten. Allerdings sind wir evolutorisch eher so verdrahtet, dass wir Unsicherheit meiden. Ein klasse Buch zu den Chancen der Unsicherheit ist übrigens „Uncertainty“ von Jonathan Fields.

  • Ich finde den Artikel gut! Allerdings finde ich das Wort „Chaos“ nicht ganz zutreffend. „Chaos“ bedeutet eher Durcheinander.
    In Ihrem Artikel verstehe ich das Wort Chaos eher als „unangenehme Dinge/Ereignisse“, „Herausforderungen“, „Aufgaben“.

    • Danke für den Hinweis. Du hast recht: Wir verstehen Chaos hier als überwältigendes Gefühl aufgrund vieler Aufgaben und Herausforderungen (inneres Chaos) und vielen Erlebnissen und unangenehmen Situationen (äußeres Chaos).

      Ich meine aber, dass man das durchaus auch als „Durcheinander“ verstehen kann – verursacht durch eben die vielen Aufgaben und Erlebnisse.

      Welches Wort würde Deiner Meinung nach besser passen?

  • Interessanter Artikel, was den äußeren Stress angeht. Leider leiden viele Menschen (mich mit einbegriffen) quasi ausschließlich am inneren Stress, der ohne äußeres Chaos entsteht. Wie geht man damit um…?
    Liebe Grüße

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