Die schwierige Kunst des Zielefindens

Hast Du schon häufig über Deine wahren Ziele im Leben nachgedacht und bist doch nicht richtig weitergekommen? Du bist nicht allein – und es gibt eine Lösung!

Jeder Mensch erreicht mindestens einmal im Leben einen Punkt, an dem er sich sehr viele Gedanken über das eigene Leben macht. Für einige ist das die sogenannte Midlifecrisis, für andere die Entscheidung, was sie studieren sollen oder welchen Job sie machen möchten. Manche denken an ihre Ziele, wenn sie oder ein naher Verwandter eine schwere Krankheit durchleiden.

Natürlich muss nicht immer ein einschneidendes Ereignis dafür verantwortlich sein, dass wir uns intensiv mit unseren persönlichen Zielen auseinandersetzen. Smarte Ziele helfen Dir in allen Situationen, mehr Klarheit darüber zu gewinnen, was Du wirklich in Deinem Leben erreichen willst und was Erfolg für Dich persönlich bedeutet.

Doch dem Versuch, die eigenen Ziele aufzuschreiben, folgt oft schnell Ernüchterung. Was will ich eigentlich wirklich erreichen? Lebe ich vielleicht seit Jahren für die Ziele und Erwartungen von anderen Menschen? Woher weiß ich eigentlich, dass ein Ziel wirklich MEIN Ziel ist?

Zielefinden

All diese Gedanken führen dazu, dass wir länger und länger vor einem weißen Blatt Papier sitzen und nicht vorankommen. Fakt ist: Der Anspruch an uns und unsere Ziele ist erheblich gestiegen. Wir sind schon lange nicht mehr mit Haus, Kind und Auto zufrieden. Wir wollen mehr – viel mehr. Doch was wollen wir eigentlich genau und warum?

Ich will etwas Besonderes sein

Wir leben in einer Zeit, in der der Glaube, dass wir alle etwas Besonderes sind oder sein müssen, stark ausgeprägt ist. Wir suchen nach Wegen, diesem Anspruch gerecht zu werden: Entwicklungshilfe in der dritten Welt, der beste Studienabschluss inklusive Auslandsaufenthalt oder Urlaub an den entlegensten Orten der Welt. Nur wer etwas Einzigartiges vorzuweisen hat, ist noch zufrieden mit sich.

Es spricht natürlich nichts gegen diese Ziele, solange sie nicht alleine dem Wunsch dienen, krampfhaft anders oder besser sein zu wollen. Doch oft konzentrieren wir uns bei unseren Zielen zu stark auf die Außenwirkung. Was werden meine Freunde sagen? Wie sieht das auf dem Lebenslauf aus? Beneiden mich andere Menschen, wenn ich das Ziel erreiche?

Wir begeben uns auf die Suche nach außergewöhnlichen Zielen, weil wir irgendwie aus der Masse herausstechen wollen. Wir denken: „Will ich wirklich nur fitter sein oder Geld sparen? Das will jeder andere auch. Ich will aber etwas Besonderes sein!

Doch genau hier liegt auch der Widerspruch: Weil wir alle das Besondere von uns erwarten, ist diese Mission zumindest auf kurze Sicht zum Scheitern verurteilt. Schon nach der Definition von „besonders“ – außerordentlich, gesonderte Stellung – kann nicht jeder etwas Einzigartiges erreichen.

Diese Erkenntnis wäre überhaupt nicht problematisch, wenn wir bei all dem Streben nach Einzigartigkeit nicht einen ganz wesentlichen Punkt übersehen würden:

Auch die vermeintlichen langweiligen klassischen Ziele wie Familie, Geld, Karriere oder Gesundheit sind harte Arbeit.

Wir nehmen stattdessen häufig an, dass wir sie ohne große Anstrengung einfach nebenbei erreichen könnten. Weil wir in relativ großem Wohlstand aufgewachsen sind, erachten wir diese Ziele inzwischen als vollkommen selbstverständlich. Deshalb sind diese klassischen Ziele nach unseren eigenen Ansprüchen oft nicht „besonders“ genug.

Dieses Phänomen verstärkt sich heute noch weiter durch die sozialen Medien. Deine Freunde posten Urlaubsbilder aus Hawaii, China oder Neuseeland. Sie sind ständig in den angesagtesten Bars – immer mit einer ganzen Gruppe von glücklichen Freunden. Ihr Leben scheint aufregend und besonders zu sein.

Paradies

Foto: haveseen / Bigstock.com

Dass Du Dich unter diesen Umständen in einem vermeintlich langweiligen Job voll reinhängst oder mit vollem Einsatz Deine Sparziele verfolgst, wirkt dagegen spießig und langweilig. Ist es das, wofür Du lebst? Sind das wirklich Deine wahren Ziele?

Bloß keine Fehler beim Zielefinden machen

Es sind solche Gedanken und Fragen, die wie ein aufziehendes Gewitter über Dir hängen, wenn Du das weiße Blatt Papier vor Dir liegen hast und Dich auf die Suche nach diesen – Deinen persönlichen – Zielen begibst.

Du weißt, dass das Leben kostbar ist und Du nicht unendlich Zeit haben wirst. Gerade aus diesem Grund willst Du keine Fehler machen. Du willst vermeiden, zu lange den „falschen“ Zielen hinterherzulaufen oder erst in der Rückschau feststellen zu müssen, dass Du falsche Prioritäten gesetzt hast.

Diese Ungewissheit, was die richtigen Ziele sind, wirkt zusammen mit dem Wunsch, etwas Einzigartiges zu schaffen, lähmend und macht das Zielefinden so schwierig. Denn woher wollen wir heute wissen, ob unsere Ziele uns in Zukunft wirklich glücklich machen?

Es gibt verschiedene Lösungsansätze für dieses Problem:

  • Du kannst Dir mit Hilfe der Vorstellung, was Menschen über Dich an Deinem 90. Geburtstag über Dich sagen würden, einen ersten Anstoß geben.
  • Eine weitere Möglichkeit ist es, Dir Gedanken über Deinen idealen Tag zu machen. Wie würde er aussehen? Was würdest Du genau tun?
  • Du könntest aber auch verschiedene Bereiche Deines Lebens betrachten und Dir Gedanken über Deine Wünsche und Träume in diesen Bereichen machen, wie wir es Dir in unserem Goalplanner vorschlagen (den gibt es, wenn Du Dich zum Newsletter anmeldest).

Mach Dir aber klar, dass Du trotz dieser Methoden heute noch nicht mit Sicherheit sagen kannst, ob diese Ziele wirklich Deine wahren Ziele sind. Das ist aber nicht schlimm. Denn unserer Ansicht nach gilt Folgendes:

Wenn Du Dir in einem gewissen Umfang über Deine Ziele Gedanken gemacht hast, ist es erst einmal vollkommen egal, ob Du sie auch in 10 Jahren noch als Deine großen Ziele betrachtest.

Denn am wichtigsten ist es, dass Du überhaupt erstrebenswerte Ziele hast, die Du verfolgen kannst. Sie geben Dir einen Sinn und ein Warum. Sie können Dich motivieren und Dir eine Orientierung geben. Sie helfen Dir, Prioritäten zu setzen und Dich selbst immer wieder herauszufordern.

Ziele erreichen ist eine Fähigkeit wie Kochen oder Autofahren

Wir haben ausführlich darüber gesprochen, weshalb es schwierig ist, sich auf Ziele festzulegen: Wir wollen die „richtigen“ Ziele finden und gleichzeitig nur solche Ziele verfolgen, die etwas Besonderes sind. Dabei übersehen wir, dass auch die vermeintlich langweiligen Ziele doch nicht so einfach zu erreichen sind. Der kleine Erfolg in Familie, Job, Fitness kostet oft genauso viel Kraft und Überwindung wie die großen Ziele.

Ein erfolgreiches Leben zu führen ist nicht einfach – egal welche Ziele Du verfolgst. Doch der erste Schritt ist immer, überhaupt anzufangen und Dich nicht die nächsten Jahre mit den perfekten Zielen zu beschäftigen. Denn unabhängig davon, was für Ziele Du Dir setzt, das Erreichen von Zielen ist eine Fähigkeit, die Du genauso lernen kannst (und lernen musst) wie Kochen oder Autofahren.

Jedes erreichte Ziel hilft Dir beim Erreichen Deines nächsten Ziels.

Wenn Du die Ausbildung oder das Studium erfolgreich abschließt, profitierst Du auch bei anderen Zielen von Deinen gewonnenen Erfahrungen, auch wenn Du am Ende feststellst, dass Du in einem ganz anderen Bereich arbeiten willst als ursprünglich geplant. Es gibt bestimmte Grundprinzipien wie zum Beispiel Durchhaltevermögen oder den Schweinehund überwinden, die Dir langfristig bei all Deinen Zielen helfen werden.

Vielleicht landest Du am Ende nicht dort, wo Du es ursprünglich geplant hast und meinst rückblickend, viele Deiner Ziele seien ein unnötiger Umweg gewesen. Wenn Du jedoch ernsthaft darüber nachdenkst, wirst Du feststellen, dass Dich jedes Ziel weiter nach vorne gebracht hat und Dir bei Deinen späteren Vorhaben weitergeholfen hat.

Deshalb ist es so wichtig, dass Du nicht zu viel Zeit mit dem Zielefinden verstreichen lässt. Konzentriere Dich stattdessen darauf, Deine momentanen Ziele mit vollem Einsatz zu verfolgen.

Setz Dich deshalb jetzt hin und denke ernsthaft über Deine Ziele nach. Blende dabei aus, dass jedes Ziel etwas Besonderes sein muss und schreib einfach das auf, was Dir momentan wichtig erscheint. Anschließend fängst Du gleich mit der Umsetzung an. Welchen ersten Schritt kannst Du heute machen? Ist es ein Anruf, zwei Stunden konzentriertes Lernen ohne Ablenkung oder die Anmeldung im Fitnessstudio? Fang an und verliere nicht wertvolle Zeit.

PS Wenn Dir der Artikel gefallen hat und Du Dich noch intensiver mit Deinen Zielen auseinandersetzen willst, melde Dich jetzt zu unserem Newsletter an.

5 Kommentare

  • Hallo Sven-Alexander,

    ein sehr cooler Artikel der gerade recht kommt. (Naja, dieses Thema kommt wahrscheinlich immer gerade rechtzeitig)

    Aktuell bin ich dabei meine Fotografie als Business aufzubauen und vergesse bei meiner Planung alles „Perfekt“ zu machen dass es viel wichtiger ist die ersten Schritte zu gehen. Die „Perfektion“ kommt mit der Zeit von selbst.

    Daher vielen Dank für den „virtuellen“ Arschtritt =)

    gruß
    CHristian

  • Moin Sven-Alexander,
    das ist wieder einmal ein sehr treffender Artikel! Und ich kann meinem Vorredner nur beipflichten: das Thema kommt immer recht.

    Dann finde ich mich mal damit ab, dass meine Ziele momentan spießig sind. ;) Die nächsten sind es dann vielleicht nicht mehr, wer weiß.. und wen (mich selbst vielleicht ausgenommen) wirds stören? :)
    Viele Grüße
    Patrick

  • Ein interessantes Thema.
    Mein Ziel neue Freunde zu finden habe ich nun nach meiner Krebserkranlung durchgesetzt. Gelernt durch dir Wrkranlung wie schnell das Leben vorbei sein kann und das man jetzt was machen muss und nicht morgen.
    Den Neuanfang setzen und beginnen.
    Verliere aber schnell den Mut da ich nicht der Zugemensch bin.
    Hab nun einen Hund das macht nochmal einiges eingacher für mich.
    Baue mir Brücken.
    Monika

  • Vielen lieben Dank ! So ist es ! Ich arbeite daran !
    Herzlichst, Lea

  • Hey Sven-Alexander,

    Hach, der Artikel ist wiedermal richtig hilfreich.
    Ich denke oft sehnsüchtig an fernere Ziele (an denen ich auch peu à peu dran bin) aber dabei verliert man die alltäglichen und kurzfristigeren Ziele echt aus den Augen. Es hilft sehr, diese dann auch noch als Training zu betrachten.

    Vielen Dank

    Lieben Gruß

    Katharina

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