Schluss mit Aufschieben – die drei häufigsten Ausreden enttarnt

Eigentlich ist uns allen klar, dass wir unsere Aufgaben nicht ständig weiter aufschieben sollten. Hast Du Dir nicht auch schon einmal gewünscht, dass Du einfach früher angefangen hättest? Oder Dich im Nachhinein gefragt „Warum ist mir das die ganze Zeit so schwer gefallen“?

Aber spätestens beim nächsten großen Projekt geht die Aufschieberei wieder von vorne los. Warum ist das so? Warum schieben wir Dinge immer wieder auf, obwohl wir es eigentlich besser wissen?

Einer der Hauptgründe ist, dass wir uns selbst mit Sätzen wie „Ich habe heute keine Zeit, morgen fange ich wirklich an“ an der Nase herumführen und uns so das Leben schwer machen. Mit diesen kleinen Ausreden gelingt es uns, das ständige Aufschieben zu rechtfertigen.

Wir haben in diesem Artikel die drei häufigsten Aufschiebelügen aufgedeckt und verraten Dir, was Du in Zukunft anders machen solltest, damit das Aufschieben endlich ein Ende hat.

„Ich fange morgen damit an“

Wie oft hast Du schon den folgenden Gedanken gehabt und Dich danach wieder zufrieden aufs Sofa gelegt?

Morgen geht es wirklich los. Auf den einen Tag kommt es jetzt wirklich nicht mehr an. Das wird ja wohl noch in Ordnung sein. Dann bin ich auch ausgeruhter und kann mit vollem Einsatz loslegen.“

Kommt Dir bekannt vor? Kein Wunder. Es ist eine der beliebtesten und tückischsten Ausreden. Denn es ist ja tatsächlich so, dass es oft nicht auf einen Tag ankommt. Und irgendwie sind wir ja auch zufriedener, wenn wir uns heute noch mal eine Pause gönnen und erst morgen anfangen. Wir fühlen uns sogar richtig gut, weil wir morgen ja endlich loslegen wollen.

Doch dann kommt der nächste Tag und nichts ist anders als heute. Die Arbeit war genauso stressig. Wir haben immer noch keine Lust, uns zu überwinden und anzufangen.

Die Folge: Wir schieben weiter auf.

Die wichtigsten Aufgaben leiden am meisten

Wenn nicht eine feste Deadline auf uns wartet, vergehen bei dieser „Ich fange morgen damit an“-Ausrede oft Wochen, Monate oder sogar Jahre. Irgendwann vergessen wir die Aufgabe einfach und sind vielleicht auch froh, dass wir uns endlich keine Ausrede mehr einfallen lassen müssen.

Das besonders Fatale daran: Am allermeisten leiden darunter unsere wichtigen, aber eben nicht dringenden Aufgaben. Das sind die Dinge, die für uns persönlich wichtig sind, bei denen aber keine unmittelbaren Konsequenzen drohen, wenn wir sie nicht erledigen. Zum Beispiel: unsere nächsten Ziele formulieren, an unserem größten Traum arbeiten oder endlich einmal wieder Sport treiben.

Bleib bei der Wahrheit

Ich fange morgen damit an“ ist eine billige Ausrede, die sich auch noch gut anfühlt.

Stell Dir ab jetzt die folgenden Fragen, bevor Du das nächste Mal eine Aufgabe auf morgen verschiebst (schreib Dir die drei Fragen am besten jetzt gleich auf ein Blatt Papier – ja, JETZT! Nicht aufschieben – MACHEN!):

  • Warum sollte der morgige Tag besser sein als heute?
  • Warum solltest Du nicht heute und morgen etwas tun?
  • Wie wird es in Zukunft weitergehen, wenn Du immer alles auf morgen verschiebst?

Aufschieben-Anpacken-Loslegen

Eine Aufgabe auf „morgen“ zu verschieben, bedeutet in Wahrheit oft „für immer“. Du solltest Dir immer bewusst machen, dass es irgendwann kein „morgen“ mehr geben wird. Lass diese Ausrede deshalb ab heute nicht mehr gelten. Stattdessen gilt jetzt:

Ich fange noch heute damit an. Und wenn ich nicht fertig werde, mache ich morgen gleich weiter.

„Ich habe keine Zeit“

Das ist vielleicht der Klassiker aller Ausreden. Wann hast Du Dein Gewissen das letzte Mal mit einer dieser Aussagen beruhigt?

„Ich würde ja Sport treiben, aber ich habe im Moment wirklich keine Zeit.“

„Ich hätte ja gerne eine neue Beziehung, aber ich habe eigentlich keine Zeit dafür.“

„Ich könnte mir öfter etwas Gesundes kochen, aber das ist zeitlich gerade einfach nicht drin.“

Keine Zeit? Absoluter Blödsinn!

„Ich habe keine Zeit“ ist in Wahrheit die Geheimsprache für „Mir ist diese Sache einfach nicht wichtig genug“.

Wenn Du Deine Gesundheit vernachlässigst, weil Du gerade keine Zeit dafür hast, sagst Du eigentlich: „Meine Gesundheit ist mir nicht wichtig genug. Ich habe andere Prioritäten.“.

Das hört sich nicht so schön an, ist aber die Wahrheit!

Setze Deine Prioritäten richtig

Wir haben alle 24 Stunden am Tag: Hast Du wirklich keine Zeit für die wichtigen Dinge oder verschwendest Du zu viel Zeit? Glaubst Du, Du wirst morgen, übermorgen oder nächstes Jahr mehr Zeit haben?

Prioritäten richtig setzen kann unter Umständen auch bedeuten, dass Du Dich von unwichtigen Dingen verabschieden musst. Wenn Du zum Beispiel 60 Stunden die Woche arbeitest, Dir andere Dinge aber wichtiger sind, ist es vielleicht Zeit, den Job zu wechseln.

Wenn Du Deine Zeit besser nutzt, musst Du auf nichts verzichten und hast sogar mehr Freizeit.

Aber oft musst Du nicht einmal auf etwas verzichten, sondern Deine Zeit nur besser nutzen. Rechne einmal aus, wie viele Stunden in der Woche Du im Internet und vor dem Fernseher verbringst. Laut Statistiken sitzen wir bis zu zwei Stunden am Tag vor dem Fernseher und verbringen weitere drei Stunden im Internet.[1] Das sind 35 Stunden in der Woche!

Wäre da nicht ein bisschen Zeit für etwas anderes übrig, ohne dass Du auf Lebensqualität verzichten müsstest?

Mach Dir einen Plan

Das beste Mittel gegen zu wenig Zeit ist ein vernünftiger Plan. Leg vorher fest, wann Du Dir für Deine wichtigsten Aufgaben Zeit nimmst. Ich kann Dir aus eigener Erfahrung sagen, dass schon ein ganz simpler Plan einen riesengroßen Unterschied macht.

Ohne einen Plan lebst Du nur irgendwie in den Tag hinein. Wenn Du aber weißt, dass Du morgen früh um 7 Uhr einen festen Termin zum Sporttreiben hast, wirst Du ihn mit viel größerer Wahrscheinlichkeit auch wahrnehmen.

Und nicht nur das! Du löst auch ein weiteres Problem, dass zum Aufschieben führt: Wenn Du ohne Plan nur von Stunde zu Stunde denkst, musst Du immer wieder entscheiden, was Du als nächstes machst. Das gibt Dir die Möglichkeit, ständig mit Dir selbst zu verhandeln. „Bereite ich mich jetzt auf die Prüfung vor oder surfe ich erst mal ein bisschen im Internet?

Nimm jetzt Deinen Kalender und plane, was Du morgen tun willst und lege Zeitblöcke dafür fest. Denk dabei immer daran, dass auch Erholung und Spontanität nie zu kurz kommen dürfen. Füll den Tag also nicht randvoll mit Aufgaben.

„Ich arbeite unter Zeitdruck besser“

Das ist ein sehr gemeiner Gedanke, weil er tatsächlich auf sehr viele von uns zutrifft. Wie oft hast Du eine Aufgabe in den letzten Minuten doch noch geschafft?

Kurz vor Ende einer wichtigen Deadline sind wir wirklich konzentrierter und motivierter. Uns fällt es dann leichter, alles andere auszublenden und uns mit voller Kraft nur dieser einen Aufgabe zu widmen.

Trotzdem ist die Aussage als Ausrede zum Aufschieben gefährlich. Denn auch wenn wir unter Zeitdruck „besser“ arbeiten können, hat diese Arbeitsweise drei große Nachteile:

  • Schlechteres Ergebnis – Du holst in der Kürze der Zeit mit Sicherheit das bestmögliche Ergebnis heraus. Aber eins ist auch klar: Wenn Du insgesamt mehr Zeit gehabt hättest, wäre das Ergebnis noch besser geworden. Der enge Zeitrahmen zwingt Dich Kompromisse einzugehen. Du musst zwangsläufig auf Details verzichten oder nach anderen Lösungen suchen, wie Du die Aufgabe irgendwie fertig schaffst.
  • Unnötiger Stress – Du setzt Dich unnötig einer Drucksituation aus. Seien wir ehrlich: Das Leben ist stressig genug. Meinst Du, es ist sinnvoll, den Stress mit voller Absicht weiter zu erhöhen? Vielleicht gelingt es Dir immer wieder, doch noch pünktlich abzuliefern. Aber irgendwann ist der Tank leer. Fang rechtzeitig an und erspar Dir eine Menge Stress!
  • Verschwendete Zeit – Der vielleicht wichtigste Punkt ist allerdings, dass Du vorher unnötig Zeit verschwendest. Denn wenn Du eine Aufgabe seit Wochen aufschiebst, um sie im letzten Moment doch noch zu erledigen, hast Du vorher schon viele Stunden vergeudet, die Du nie wieder zurückbekommst.

Nutze Deine Zeit besser

Das kannst Du besser machen! Wenn Du kontinuierlich an Deiner Aufgabe arbeitest, wirst Du mit größerer Ruhe und Sorgfalt ein besseres Ergebnis erzielen.

Außerdem hast Du so auch viel mehr Zeit für andere Dinge. Das hört sich nicht nur gut an, es lebt sich so auch deutlich entspannter. Wenn Du also das nächste Mal vor der Frage stehst, ob Du eine Sache jetzt oder später machst, denk daran!

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2 Kommentare

  • Guter Artikel. Leider scheitert es meist daran, das Ganze wirklich konsequent und dauerhaft so umzusetzen. Oder anders gesagt: Man liest den Artikel, sagt sich „ja, stimmt genau, so mach ich das“ und schafft es dann aber nicht, auf Dauer eine stabile Gewohnheit zu entwickeln. Einen super Artikel inklusive dem vielleicht besten Lösungsansatz für Prokrastination gab es neulich von Eric Barker, sehr lesenswert: http://www.bakadesuyo.com/2015/11/stop-procrastinating

    • Hi Marko! Du sprichst einen wichtigen Punkt an: stabile Gewohnheiten. Danke. Feste Gewohnheiten sind der Schlüssel für ein erfolgreiches Leben, weil sie vieles, was uns schwer fällt, einfacher machen.

      „Temptation Bundling“ wie in dem von Dir empfohlenen Artikel vorgeschlagen ist auch ein guter Ansatz. Allerdings muss man sich klar machen, dass das nicht in jedem Fall umsetzbar ist.

      Aufschieben hat vielfältige Ursachen (Versagensangst, Bequemlichkeit, zu viele Ablenkungen etc.). Der erste Schritt ist, sich bewusst zu machen, dass unsere Ausreden nichts anderes sind als „Ausreden“. Wenn wir die nicht mehr gelten lassen, können wir uns dem wahren Prokrastinationsproblem stellen.

      Vielen Dank für Deine Anregungen!

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