Drei Strategien, mit denen Du Deine Selbstzweifel fast automatisch loswirst

Das hier ist kein typischer „Du musst nur an Dich glauben“-Artikel.

Davon gibt es schon genug.

Und diese Artikel sind fast immer gleich: Du liest eine inspirierende Geschichte von einem Menschen, der endlich erfolgreich geworden ist, weil er seine Selbstzweifel überwunden hat. Oder ein Motivationszitat soll Dich von nun an bei jeder Herausforderung begleiten.

Doch wie sehr hilft Dir das? Dir ist doch längst klar, wie wichtig Deine innere Überzeugung ist. Vielleicht inspiriert Dich ein solcher „Du musst nur an Dich glauben“-Artikel für einen kurzen Augenblick.

Aber dann? Nichts.

Die entscheidende Frage bleibt unbeantwortet:

Wie werde ich meine Selbstzweifel dauerhaft los, wenn sie bei jeder Gelegenheit wieder hochkommen?

Niemand erklärt uns das richtig.

Deshalb möchte ich Dir heute drei Strategien vorstellen, die mir selbst auch immer wieder dabei helfen, meine Vorhaben mit Überzeugung und Durchhaltevermögen anzugehen.

Das Beste: Du musst Dich mit Deinen Selbstzweifeln gar nicht aktiv auseinandersetzen. Wenn Du diese Strategien anwendest, verschwinden Deine Selbstzweifel fast automatisch. Nicht von heute auf morgen. Aber dafür dauerhaft!

Warum Selbstzweifel entstehen

Damit Du verstehst, wie diese Strategien gegen Deine Selbstzweifel funktionieren, machen wir als erstes einen kleinen Ausflug in die Neurologie.

Dein Gehirn besteht aus 100 Milliarden Nervenzellen. Bei jedem Deiner Gedanken und jeder Entscheidung kommunizieren diese Zellen miteinander. Du musst Dir das wie ein chaotisches Netz von Verknüpfungen vorstellen.

Bestimmt hast Du das schon mal als Grafik gesehen:

Damit sich Deine rechte Hand zur Faust ballt oder Du einen klaren Gedanken fassen kannst, muss Nervenzelle A vereinfacht gesagt unter 100 Milliarden verfügbaren Nervenzellen die passende Nervenzelle B finden.  Bei so vielen möglichen Verbindungen ist das eine wahre Meisterleistung Deines Gehirns.

Auf Dauer ist diese Sucherei nach der passenden Nervenzelle aber so anstrengend, dass Du schon nach wenigen Minuten vollkommen erschöpfst wärst. Deshalb merkt sich Dein Gehirn, auf welche Verbindungen Du besonders häufig zurückgreifst und verstärkt sie. So findet Dein Gehirn den Weg mit jedem Mal schneller.

Hier ein Beispiel:

Stell Dir vor, Du würdest Jonglieren lernen. Am Anfang bist Du überfordert, weil Du auf so viele Dinge gleichzeitig achten musst:

  • Bälle richtig hochwerfen
  • Bälle in der Luft beobachten
  • Bälle fangen
  • Bälle rechtzeitig wieder hochwerfen

Damit Dir das Jonglieren gelingt, muss Dein Gehirn in wenigen Sekunden tausende neue Nervenverbindungen finden. Das ist nicht nur sehr anstrengend, es geht am Anfang auch schnell schief. Deshalb fallen die Bälle ständig auf den Boden.

Doch wenn Du regelmäßig trainierst, wird Dein Gehirn mit jeder Übungsstunde routinierter. Es stellt die Verbindungen zwischen den Nervenzellen besser und schneller her.

Deine Bewegungen werden koordinierter und flüssiger. Was Dir am Anfang noch unglaublich schwer gefallen ist, wird nun immer leichter.

Was das mit Deinen Selbstzweifeln zu tun hat

Vergessen wir das Jonglieren und widmen wir uns Deinen Selbstzweifeln. Denn das Gehirn baut solche Verbindungen zwischen Deinen Nervenzellen nicht nur für motorischen Fähigkeiten auf. Dasselbe Prinzip gilt auch für Deine Gedanken:

Je häufiger Du einen Gedanken hast, desto stärker ist die Nervenverbindung in Deinem Gehirn.

Und damit sind wir zurück bei der Ausgangsfrage: Wie gelingt es Dir, stärker an Dich zu glauben? Oder anders herum: Warum zweifeln wir so oft an uns?

Das Problem ist, dass wir oft jahrelang immer wieder gehört haben, dass etwas unmöglich ist:

  • Den neuen Job bekommen? Bei denen musst Du Dich gar nicht erst bewerben!
  • Kündigen und Dich selbstständig machen? Konzentrier Dich lieber auf etwas Bodenständiges!
  • Eine Weltreise machen? Da fängst Du hinterher doch wieder bei Null an!
  • Deinen großen Traum verwirklichen? Da sind schon ganz andere dran gescheitert!

Wenn wir so etwas von uns selbst in Gedanken oder von anderen Menschen immer wieder hören, verstärken sich genau die Verbindungen, die uns gedanklich zurückhalten. Irgendwann haben wir unsere Selbstzweifel so oft – auch unterbewusst – in uns bewegt, dass unser Gehirn automatisch darauf zurückgreift.

Mit anderen Worten:

Wenn Du in der Vergangenheit viel an Dir gezweifelt hast, greift Dein Gehirn jetzt automatisch auf diese zweifelnden Nervenverbindungen zurück – selbst wenn es gar keinen Grund dafür gibt.

Hier kommt ein Beispiel:

Stell Dir vor, Du sollst in einem Meeting eine wichtige Präsentation halten. Verständlicherweise macht Dich das sehr nervös. Die Präsentation ist eine große Sache und Du bist Dir nicht sicher, ob Du dieser Herausforderung gewachsen bist.

In der Vergangenheit hast Du Dir in einer solchen Situation aus Angst immer vorgestellt, wie alles schief läuft. Vor Deinem inneren Auge hast Du dann jedes Mal gesehen, wie Du am ganzen Körper zitterst und vor Aufregung kein Wort sagen kannst.

Diese negativen Gedanken hattest Du inzwischen schon so häufig, dass sie auch dieses Mal automatisch wieder da sind. Dein Gehirn greift einfach darauf zurück, obwohl Du sehr gut vorbereitet bist und selbstbewusst sein könntest.

Die gute Nachricht: Du kannst Deine innere Überzeugung trainieren

Doch die gute Nachricht ist, dass das Gehirn unglaublich flexibel ist. Selbst alte Menschen können noch vollkommen neue Verbindungen in ihrem Gehirn aufbauen, wenn sie das gezielt trainieren.[1]

Du kannst also Deine innere Überzeugung stärken, indem Du die dafür notwendigen Nervenbahnen immer und immer wieder nutzt. Dafür musst Du gewissermaßen Deine Gedanken umprogrammieren.

Das gelingt Dir, wenn Du positive und aufbauende Gedanken genau wie das Jonglieren einübst.

Denn so wie die Selbstzweifel irgendwann entstanden sind, trainierst Du jetzt Deine innere Überzeugung: Indem Du immer wieder hörst, denkst, spürst und fühlst: „Ich schaffe das!

Aber keine Sorge:

Dafür musst Du nicht in zerrissener Kleidung herumspringen oder Dich stundenlang im Spiegel anlächeln. Du kannst Dich mit kleinen, aber sehr effektiven Schritten fast automatisch verändern.

Und jetzt zeigen wir Dir wie:

Mit welchen drei Strategien Du Selbstzweifel durch innere Überzeugung ersetzt – ohne dass Du selbst daran glauben musst

Bevor wir mit den drei konkreten Strategien loslegen, lass uns die wichtigste Erkenntnis noch einmal kurz zusammenfassen:

Selbstzweifel sind oft das Resultat negativer Gedanken, die Dein Gehirn so oft gehört hat, dass sie jetzt bei jeder Gelegenheit automatisch ausgelöst werden.

Über die Jahre entwickelt sich eine innere Stimme, die bei Herausforderungen sofort die Selbstzweifel explodieren lässt. Doch genau wie diese Selbstzweifel entstanden sind, kannst Du auch neue positive Gedanken aufbauen.

Dafür reicht es natürlich nicht, ein paar Tage vorsichtig zuversichtlich zu sein. Wie bei jeder anderen neuen Gewohnheit auch, musst Du über längere Zeit konsequent dranbleiben und die positiven Nervenbahnen durch regelmäßige Wiederholungen verstärken.

Wir möchten Dir drei Strategien zeigen, mit denen Du Deine Selbstzweifel mit relativ geringem Aufwand Schritt für Schritt loswerden kannst. Das Gute daran ist, dass diese Strategien funktionieren, obwohl Du Dich mit Deinen Selbstzweifeln gar nicht aktiv auseinandersetzt.

Du veränderst Deine Gedanken gewissermaßen nebenbei!

Und das klappt so:

Strategie 1 – Lass Dich von anderen Menschen anstecken

Die wahrscheinlich schnellste Veränderung erreichst Du, wenn Du Dich mit Menschen umgibst, die selbst sehr positiv sind und an ihre Fähigkeiten glauben. Sie können Dich nicht nur mitreißen, sie haben auch einen weiteren riesigen Vorteil:

Sie akzeptieren Deine Selbstzweifel nicht.

Diese begeisterungsfähigen Menschen reagieren auf Deine Träume nicht mit Zurückhaltung. Stattdessen ermuntern sie Dich, loszulegen. Sie sagen Dir Dinge wie: „Das schaffst Du auf jeden Fall. Hast Du schon eine Idee, wie Du das angehen willst? Welchen Schritt machst Du als erstes?

Sie sind es gewohnt, nicht lange nachzudenken. Sie fangen gleich an und gehen mit positivem Tatendrang zur Sache. Sie brennen für Herausforderungen, Abenteuer und neue Aufgaben.

Mit Sicherheit kennst Du zumindest einen solchen Menschen, der Dich immer wieder positiv mitreißen kann. Lass Dich davon anstecken!

Stopp!

Lies jetzt nicht einfach weiter.

Wenn Du jemanden im Kopf hast, mach sofort den ersten Schritt. Sonst hast Du es gleich wieder vergessen.

Vielleicht zögerst Du, einfach aus dem Nichts Kontakt aufzunehmen. Mach es trotzdem! Jetzt!

Schreib eine kurze WhatsApp, eine E-Mail oder ruf einfach an. Ein kurzes „Wie geht’s? Lange nichts mehr gehört. Wäre toll, wenn wir uns mal wiedersehen.“ reicht vollkommen aus. Du willst keine Ganztagesbetreuung, sondern Dich nur mal etwas regelmäßiger treffen.

Strategie 2 – Inspiriere andere und verändere Dich selbst gleich mit

Ist Dir schon einmal aufgefallen, wie leicht es ist, anderen Menschen Mut zu zusprechen?

Du kannst anderen Mut zureden, obwohl Du selbst gar keinen hast.

Du kennst das bestimmt:

Du sprichst mit einer guten Freundin und sie erzählt Dir 101 Gründe, warum sie ihren großen Traum nicht angeht.

Zu wenig Zeit. Zu wenig Geld. Zu jung. Zu wenig Erfahrung. Nicht der richtige Zeitpunkt.

Doch aus Deiner Sicht sind all diese Selbstzweifel unbegründet. Deine Freundin hat doch so viel Potential. Sie macht ihre Sache so gut. Wenn sie nur ein bisschen mutiger wäre, könnte sie ihren großen Traum erreichen.

Aber sobald es um Dich selbst geht, denkst Du plötzlich ganz anders. All die Sorgen und Bedenken, die in Deinem Kopf herumschwirren, scheinen total logisch und nachvollziehbar zu sein. Wenn Dir jemand Mut zuspricht, denkst Du: „Ich bin einfach nicht so gut, wie die anderen denken. Die verstehen meine Probleme einfach nicht richtig.

Ist das nicht faszinierend?

Solange es um andere Menschen geht, können wir sehr motivierend sein. Nur uns selbst lassen wir links liegen. Dieses Phänomen kannst Du Dir zu Nutze machen.

Denn:

Wenn Du Dir regelmäßig Zeit nimmst, anderen Menschen zu helfen, ihre großen Träume zu verwirklichen, überträgt sich das auch auf Deine Denkweise.

Plötzlich denkst Du nicht mehr automatisch „Das geht nicht“. Du hast anderen Menschen so oft Mut zugesprochen, dass es eine neue Verbindung in Deinem Gehirn gibt, die sich auch auf Deine persönlichen Gedanken überträgt.

Nimm Dir deshalb ab heute vor, mindestens einmal am Tag einem anderen Menschen Mut zu zusprechen. Das kann ein kurzes Kompliment sein oder ein aufmunterndes „Du schaffst das!“.

So trainierst Du Dein Gehirn, positive Dinge zu bemerken und sich immer wieder vorzustellen, wie jemand erfolgreich ist. Langsam wirst Du so auch selbst stärker an Dich glauben.

Strategie 3 – Gib Dir Deine tägliche Dosis Zuversicht

Wahrscheinlich verbringst Du jeden Tag viel Zeit in den sozialen Medien, liest online die neuesten Nachrichten und bist auf YouTube oder Netflix unterwegs. Hast Du Dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie sich all diese Informationen auf Deine Selbstzweifel auswirken?

  • Inspirieren Dich die Nachrichten, alles aus Dir herauszuholen?
  • Helfen Dir die Posts, die Du täglich liest, an Dich zu glauben?
  • Träumst Du von mehr im Leben oder bekommst Du Zukunftsangst?

Keine Sorge:

Ich rate Dir jetzt nicht, auf alle Nachrichten, Facebook und Instagram zu verzichten. Aber denk zumindest mal darüber nach, ob Du auch Seiten besuchst und Menschen folgst, die Dir Zuversicht schenken.

Genauso wie Du Dich von begeisterungsfähigen Menschen anstecken lassen kannst, helfen Dir positive Nachrichten, Zitate und Geschichten dabei, Deine Gedanken Schritt für Schritt zu verändern.

Wichtig ist, dass Du das „strategisch“ machst. Ab und zu mal einen inspirierenden Artikel zu lesen, hilft Dir nicht. Such Dir gezielt positive Denkstöße, die Dir jeden Tag aufs Neue zeigen, wie Du mehr im Leben erreichen kannst.

Falls es Dir schwer fällt, im Internet genügend aufbauende Gedanken zu finden (mit schlechten Nachrichten lässt sich besser Geld verdienen…), hör ein Mal am Tag einen motivierenden Podcast oder ein Hörbuch. Ich persönlich mag die Podcasts von Tim Ferris und Lewis Howes sehr gerne.

Oder noch einfacher: Lies ein Buch!

Hier eine kleine Liste von Büchern, die Dich bei Deinen neuen Gedanken garantiert unterstützen werden:

  • Denken Sie groß von David Schwartz (Original: The Magic of Thinking Big)
  • Fish! Ein ungewöhnliches Motivationsbuch von Stephen C. Lundin,‎ Harry Paul,‎ John Christensen (Original: Fish: A Proven Way to Boost Morale and Improve Results)
  • Drive: Was Sie wirklich motiviert von Daniel Pink (Original: Drive: The Surprising Truth about What Motivates Us)
  • Denke nach und werde reich von Napoleon Hill (Orginial: Think and Grow Rich)
  • Die Talent-Lüge: Warum wir (fast) alles erreichen können von Daniel Coyle (Original: The Talent Code: Greatness isn’t born. It’s grown)
  • Glücklicher von Tal Ben-Shahar (Original: Happier)

Und wenn Du noch mehr Inspiration brauchst, dann sieh Dich doch einfach mal bei BeYourBest um oder melde Dich direkt zu unseren kostenlosen Erfolgs-Mails an!

Jetzt bist Du dran!

Wir haben Dir drei Strategien vorgestellt, mit denen Du Dein Selbstzweifel besiegen kannst. Mach jetzt die ersten kleinen Schritte:

  1. Kontaktiere einen Menschen, der Dich mit seiner Begeisterungsfähigkeit mitreißen kann.
  2. Geh abends nicht ins Bett, ohne dass Du einem anderen Menschen Mut zugesprochen hast.
  3. Schreib Dir auf einen Zettel, welche Bücher, Blogs oder Podcasts Du in den nächsten Tagen lesen oder hören wirst.

[1] „Training-induced brain structure changes in the elderly.” Janina Boyke, Joenna Driemeyer, Christian Gaser, Christian Büchel and Arne May, Journal of Neuroscience 9 Juli 2008, 28 (28) 7031-7035 http://www.jneurosci.org/content/28/28/7031

5 Kommentare

  • Einen wunderschönen Guten Tag,

    ich fühle mich bereits jetzt nach dem Lesen dieser 3 Schritte besser. Es klingt sehr logisch wie unsere Gehirnzellen funktionieren und wie wir jahrelang die negative Gedanken antrainiert haben. Ich werde mir ein oder das andere Buch besorgen.
    Vielen lieben Dank!
    Neda

  • Nur Mut.
    Danke.

  • Danke Euch :)

  • Also, ich bin ja nicht die Klarste. :-) Wer kann helfen? Gibt es da draußen echt Menschen, die nicht das Beste geben? Wie soll das gehen? Versteht das einer? Am Vorstellungsvermögen ist es doch bisher nie gescheitert, wage ich zu behaupten!

    • Wenn ich Dich richtig verstehe, fragst Du Dich, ob es Menschen geben kann, die nicht das „Beste“ geben.

      Zum einen glaube ich, dass wir alle Tage haben, an denen wir keine Lust haben und wir nicht das Beste geben. Das ist vollkommen normal.

      Zum anderen ist eben die Frage, wie Du das „Beste“ definierst. Ist es das, was Du selbst in Deiner Situation gerade als das Beste ansiehst. Oder sprechen wir über das Potential, das in Dir steckt, das Du aber aus diversen Gründen nicht voll ausschöpfst (z.B. weil Du Selbstzweifel hast oder nicht weißt, wie Du Dich verbessern kannst).

      Insofern meine ich schon, dass es viele Menschen gibt, die nicht ihr volles Potential ausschöpfen (und ich will mich da selbst auch nicht von ausschließen).

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