Wie Du weniger Zeit am Computer verbringst

Der Computer und vor allem das Internet haben unser Leben total verändert. Vieles geht jetzt so viel schneller, dass wir kaum noch hinterherkommen. Klar ist auch, dass in den nächsten Jahren die Abhängigkeit von PC und Internet noch weiter steigen wird.

Neben den vielen nützlichen Funktionen gibt es aber auch viele Tools, die einfach nur unsere Zeit verschwenden können. Gerade im Internet gibt es immer etwas Neues, das wir uns anschauen können. Neue Bilder bei Facebook, zielloses Herumsurfen oder Nachrichten lesen bei Twitter. Unsere Produktivität steigert das meistens nicht. Wer einmal sein Emailpostfach öffnet, kann schnell über eine Stunde mit dem Lesen und Beantworten der neuen Emails verbringen.

Wie kannst Du also etwas weniger Zeit am PC verbringen?

Zunächst einmal solltest Du eine Woche lang messen, wie viel Zeit Du wirklich am Computer verbringst. (Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass es wesentlich mehr ist, als vermutet…)

Ein erster Schritt wäre dann, 10 Prozent weniger Zeit pro Tag vor dem Bildschirm sitzen. Am besten nimmst Du Dir einen Timer, der Dich „zwingt“ nach der vorgeschrieben Zeit, den Computer auszuschalten.

Abstand halten

Die Timermethode ist allerdings etwas mühselig. Wenn Du wirklich langfristig weniger Zeit am Bildschirm verbringen willst, musst Du unbedingt Dinge machen, die nicht direkt in seiner Nähe sind. Sonst verdaddelst Du schnell wieder Zeit mit Minesweeper oder Solitär… Ich habe sogar schon während des Telefonierens angefangen, Freecell zu spielen – ohne groß darüber nachzudenken. Dieses automatische Verhalten kannst Du nur stoppen, wenn Du nicht in der Nähe vom Computer bist.

Geh also in ein anderes Zimmer und lies ein Buch oder ruf einen Freund an. Mach einen Waldspaziergang oder geh schwimmen. Suche Dir bewusst Aktivitäten, bei denen Du keinen Computer benötigst. Davon gibt es immer noch erstaunlich viele!

Ein computerfreier Tag

Für die Computerfreaks fast unvorstellbar: Einen ganzen Tag lang den Computer auslassen? Und es ist manchmal wirklich gar nicht so einfach. Schnell noch mal bei Google Maps die Adresse nachschauen oder etwas ausdrucken ist dann nicht.

Ein solcher computerfreier Tag macht Dir aber auch bewusst, wie abhängig wir inzwischen sind. Und so schärfst Du auch das Bewusstsein für die übrigen Tage, so dass es insgesamt leichter fällt, weniger Zeit am Computer zu verbringen.

Als ersten Schritt könntest Du auch einfach mal die Internetverbindung abschalten. Du wirst feststellen, dass Du ohne Internet und nur mit einem Textverarbeitungsprogramm wesentlich produktiver bist. Dann stören keine eingehenden Emails und Du kannst nicht die neuesten Nachrichten oder Sportergebnisse verfolgen.

Wenn Du also selbst das Gefühl hast (vielleicht hat Dich auch jemand darauf aufmerksam gemacht), dass Du zu viel Zeit am Computer verbringst, solltest Du diese Tipps unbedingt beherzigen und so schrittweise wieder zu einer angemessenen Dauer zurückfinden. Und jetzt schalte Deinen Computer doch einfach mal aus…

11 Kommentare

  • Oh GOOOOOOTT, ich KÖNNTE NIEMALS, NIEMALS, NIEMALS ohne Computer leben! :D Also klar, im Urlaub und so ist das was anderes, aber wenn ich zu Hause bin, sitze ich doch die meiste Zeit davor. Und das Schlimme daran: Ich sitze schon im Büro 8-9 Stunden vor der Flimmerkiste! Was ich heftig finde, was ich bis vor ein paar Tagen noch gar nicht wusste: Es gibt ja sogar eine Bildschirmarbeitsverordnung, die einräumt, dass Arbeitnehmer, die lange vor dem PC sitzen müssen, ihre Augen fachkundig untersuchen lassen können und ggf. eine PC-Brille bezahlt bekommen. Aber damit ich es nicht so weit kommen lasse, dass ich nichts mehr sehe, zwinge ich mich wenigstens abends, bevor der Laptop angeht, etwas Vernünftiges zu machen: Einkaufen, Putzen, Spazierengehen, Freunde treffen, etc. Irgendetwas halt, das nicht mit dem Computer oder TV zusammenhängt. ;) Und ich versuche auch nicht vor dem PC zu essen, das ist ja auch ganz fatal! Aber dann, so gegen 20-21 h wird die Kiste doch wieder angeschaltet und ein wenig gesurft, gespielt und geschrieben. Aber das finde ich dann auch okay, denn immerhin stehe ich ja da auch mit meinen „echten“ Freunden über soziale Plattformen in Kontakt, die ich nicht jede Woche treffen kann! ;)

  • Der Computer ist für mich ein echtes Problem geworden. Ich vernachlässige nicht nur meinen Haushalt, auch meine Familie und meine Freunde. Dauernd fällt mir etwas ein, das ich am Computer „unbedingt“ nachsehen muss. Ich glaube mittlerweile, dass ich süchtig bin. Im Urlaub suche ich am ersten Tag nach dem Internetzugang, oft schaue ich schon beim Buchen, ob dieser kostenlos ist. Manchmal schaffe ich es einen Tag lang mich zurückzuhalten und weniger als 2 Stunden dort zu verbringen, meistens nur dann wenn ich etwas unbedingt erledigen muss, weil ich ansonsten Probleme kriege. Ich kann mich einfach nicht beherrschen und denke ständig an Dinge, die ich in Ebay oder bei google suchen könnte. Soll ich einen Therapeuten aufsuchen?

  • Weniger Zeit am Computer verbringt man nur durch Dinge, die wichtiger sind. Ist nichts wichtiger als der PC, muß man sich nicht zu Spaziergängen zwingen.

  • Heey,
    die Tipps sind echt hilfreich und ich denke dass ich jetzt wirklich weniger vor dem Laptop sitze. Echt gut ! ;)

  • Die Tipps sind echt hilfreich. Ich habe vor einigen Tagen ein Art Kontosystem eingeführt: Jeden Tag gewähre ich mir 3 Stunden. Darüber führe ich Buch. Wenn ich an einem Tag länger brauche oder nachlässig werden, dann bin ich sozusagen im Minus, die werden dann direkt am nächsten Tag abgezogen. Sollte ich weniger gebraucht haben, habe ich einen Überschuss. Zusätzlich schalte ich ab ca. 20 Uhr den Rooter aus, um nich doch in Versuchung zu geraten. Sollte ich, dann bin ich nämlich zu faul, zum Rooter erst hingehen zu müssen und warten bis sich der Router eingewählt hat. Selbstverständlich darf der Ersatz nicht fehlen, für die Zeit, die ich vor dem PC verbracht hätte. Die verbringe ich nämlich mit Lesen, Wandern, Aufräumen und Familie.

  • so… und nun nochmal ein Tipp für den Fall, dass man den Computer zur Recherche oder auch einfach nur zum Nachschlagen von einzelnen Begriffen braucht….. Da geht das Konzept dann leider wieder direkt den Bach runter.

    • Falls Du ein Smartphone hast, könntest Du das vielleicht kurz dafür benutzen (und danach gleich wieder verstecken…).

      Ansonsten lässt es sich ja auch mal ein paar Stunden ohne Recherche im Internet auskommen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man gleich ein bisschen kreativer wird, wenn man nicht alles sofort im Internet sucht, sondern gezwungen ist, selbst ein bisschen zu überlegen.

  • Sic,
    Verrückte Welt im Internet ##/^\^/##

    Wegkommen und bewusst leben, leben.

  • Hallo Sven-Alexander,

    ich habe jetzt mal eine Woche der Stille versucht. Kein Smartphone, keine Youtube-Videos, Kein Facebook usw.

    Hat nicht 100% geklappt, aber man kommt seinem Fokus näher. Sich komplett vom PC zu entfernen ist eine gute Idee… das sollte ich mal versuchen und dann?

    Natur, Bücher, Sport, Erholung, Entspannung… doch die Verlockung ( Sucht :-/ ) ist sehr groß.

    Danke für die Inspiration.

    Viele Grüße,
    Gerd

  • Hallo Sven-Alexander,

    ich finde dein Artikel hat gute Ansätze. Anhand des ersten Kommentars sehe ich auch dass der Artikel mittlerweile 8 Jahre alt ist.

    Allerdings frage ich mich schon, wo man da heutzutage aufhören soll. In meiner Generation sind Notebook, Tablet und Smartphone mittlerweile Standard geworden. Ebooks, Musik-Streaming und selbst das digitale Notizbuch ebenfalls. Da wird es schwer die Grenze zu ziehen, da die Endgeräte mittlerweile so omnipotent sind und viele Funktionen integrieren. Beispiel Smartphone:
    Man kann mit Freunden telefonieren, ein Buch lesen, die unbekannte Fahrradroute sich anzeigen lassen oder auch viel Zeit auf ZON (o.Ä.) versenken

    Viele Grüße
    Markus

    • Danke. Ein guter Kommentar. Seitdem ich den Artikel geschrieben habe, hat sich die digitale Welt in der Tat weiterentwickelt. Das Problem hat sich damit noch verschärft: Wir können nicht mehr ohne, aber die viele digitale Zeit tut uns auch nicht gut.

      Besonders Facebook und Co sind so programmiert, dass sie uns verleiten, die App immer wieder aufzurufen. Dagegen hilft aus meiner Sicht nur rigoroses Vorgehen: Alle Apps löschen, die Dich zu stark ablenken (Du kannst Sie notfalls dann über den Browser ansurfen – aber immer wieder ausloggen).

      Ein guter Artikel mit einer Reihe weiterer Tipps ist dieser Beitrag: https://optimizeyourself.me/smartphone-addiction-hacks/

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