Wie Du Dich besser auf das Wesentliche konzentrierst

Der Aufgabensturz ist eine Sofortmaßnahme, wenn Dir alles über den Kopf wächst. Heute kümmern wir uns darum, wie Du langfristig mehr Kontrolle über Dein eigenes Leben bekommst. Wir zeigen Dir, wie Du Dich besser auf Deine wichtigen Projekte konzentrieren kannst.

Aber lass uns zuerst einen Blick auf das werfen, was uns täglich beschäftigt. Egal ob in der Zeitung, auf Newsseiten im Internet oder im Fernsehen, überall werden wir mit Krisen, Kriegen, Klatasch und Tratsch konfrontiert. Wenn heute irgendwo auf der Welt die Erde bebt, stehen wenige Minuten später auch bei uns die Nachrichten nicht mehr still.

All diese Neuigkeiten bringen uns Schicksale von den entlegensten Orten der Erde nahe. Wir verfolgen alles im Liveticker und beschäftigen uns mit der weiteren Entwicklung – bis die nächste Krise um die Ecke kommt.

Hinzu kommen Menschen aus unserer nächsten Umgebung, die sich – wie es mir eine BeYourBest-Leserin vor Kurzem so schön geschrieben hat – wie Hubschrauber verhalten: „plötzlich landen – ganz viel Staub aufwirbeln – wieder wegfliegen“. Du sollst „mal eben kurz“ eine Frage beantworten, darfst auf keinen Fall die neuesten Gerüchte verpassen oder sollst Dich zusammen mit ihnen über irgendetwas Belangloses aufregen.

Warum wir uns kaum konzentrieren können

All diese Dinge beschäftigen uns. Und das meistens zu Recht: Wir wollen wissen, was auf der Welt los ist. Wir möchten für Familie, Freunde und Kollegen da sein. Aber oft genug erleben wir alles nur als passiver Beobachter, weil wir weder auf die Entwicklung noch auf den Ausgang dieser Ereignisse direkten Einfluss nehmen können.

Und doch – oder vielleicht auch gerade deshalb – rauben uns all diese Geschichten viel unserer Energie. Bevor wir morgens überhaupt das erste Mal dazu kommen, etwas für uns zu tun, hat uns unser Smartphone schon mit den Neuigkeiten der Welt und denen unserer Freunde abgelenkt.

Versteh das nicht falsch: Wir wollen Dir keine egoistische Lebensweise nahelegen oder das Internet verteufeln. Es geht uns nur darum, dass Du wieder mehr Einfluss über Dein eigenes Leben gewinnst.

Innere Stärke ist der Ausgangspunkt für den Erfolg in Deinem Leben. Und die holen wir uns heute zurück!

Die Lösung für mehr Fokus

Wir sind heutzutage immer seltener auf Dinge konzentriert, auf die wir selbst Einfluss haben. Wir machen uns Sorgen oder ärgern uns, können aber meistens nichts ändern. Diese Machtlosigkeit wirkt lähmend und kann sich im schlimmsten Fall auf unser ganzes Leben auswirken: Wenn wir uns nur noch mit Ereignissen beschäftigen, die außerhalb unseres Einflussbereichs liegen, scheint unser Leben nur noch fremdbestimmt.

Die Folge: Wir geben äußeren Ereignissen die Schuld statt selbst Verantwortung zu übernehmen.

Wir scheinen auch keine Wahl zu haben. Wie sollen wir uns um alle Krisenherde der Welt kümmern? Die Probleme sind alle irgendwo da draußen. Gleichzeitig nehmen sie uns aber einen Großteil unserer inneren Stärke.

Die Lösung für mehr Fokus ist deshalb:

Weniger konsumieren und mehr kultivieren.

Merk Dir diesen Satz!

Wir leben nur noch ein Leben an der Oberfläche. Wir setzen uns mit einem Problem nicht mehr intensiv auseinander. Stattdessen sehen wir alles um uns herum nur noch wie einen kurzen Snack: Einmal reinbeißen, schnell aufessen, vergessen.

Wenn Du wirklich mit mehr Fokus und Konzentration an Deine Projekte herangehen willst, musst Du dem entgegenwirken. Nimm Dir für nur eine Sache Zeit und lass Dich von nichts ablenken. Weniger konsumieren und mehr kultivieren!

Weniger konsumieren: Deine Informationsdiät

Die morgendliche Zeitung lesen, Facebook aktualisieren, Spiegel Online oder eine andere Nachrichtenseite überfliegen, kurz die E-Mails checken und wieder von vorne – es könnte sich in der Zwischenzeit ja etwas getan haben. Mit Sicherheit kennst Du diese automatische Routine. So beginnt fast jeder von uns den Morgen.

Wir haben schon festgestellt, dass wir auf all diese Nachrichten im Grunde keinen Einfluss haben. Wir nehmen sich nur teilnahmslos wahr. Klar ist es spannend, wenn ein entfernter Bekannter gerade eine Tour durch China macht und zehn neue Fotos gepostet hat. Natürlich willst Du über die Geschehnisse auf der Welt informiert sein. Dafür reicht heute auch nicht mehr nur die Zeitung – die hat ja keine Nachrichten von den letzten 8 Stunden.

Wenn wir so in den Tag starten, ist es kein Wunder, dass wir schon nach wenigen Minuten hunderte verschiedene Gedanken im Kopf haben. Du versinkst schnell im Chaos, kannst Dich nicht mehr konzentrieren.

Deshalb ist der erste Schritt: Die erste Stunde des Tages keine Nachrichten.

Informationsdiät - Die erste Stunde des Tages keine Nachrichten

Konzentriere Dich auf Dein Leben und auf die Dinge, auf die Du wirklich Einfluss nehmen kannst. Plane den Tag, so wie Du ihn Dir vorstellst. Unterhalte Dich mit Deinem Partner oder Deinen Kindern. Mach das, was DIR wichtig ist. Bau Dir eine Morgenroutine auf.

Du wirst schon nach wenigen Tagen merken, dass Du morgens nicht mehr so hektisch bist. Dass das Chaos des Tages Dir weniger anhaben kann. Vor allem aber wirst Du die Nachrichten und E-Mails nicht vermissen.

Es ist nicht leicht, sofort auf alles zu verzichten. Ich gebe Dir diesen Tipp und lese selbst seit über 15 Jahren jeden Morgen Zeitung (das Abo ist jetzt gekündigt…). Aber wenn Du Dein Smartphone einfach nach dem Aufstehen im Flugmodus lässt, ist schon viel gewonnen.

Du kannst diese „Informationsdiät“ natürlich auch noch weiter ausbauen. Verzichte auf die Snacks zwischendurch. Lies nicht alle 30 Minuten die neuesten Nachrichten. Lass Dir von Deinem Smartphone nicht schon im Display anzeigen, wenn Du neue E-Mails oder Whatsapp-Nachrichten bekommen hast.

Wie weit Du mit diesem Schritt gehst, hängt auch davon ab, wie sich das Chaos in Deinem Leben anfühlt und wie schwer es Dir fällt, Dich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Mehr kultivieren: Deine Fokuszeit

Wir leben in einer Zeit, in der es immer mehr auf Schnelligkeit ankommt. Es bleibt kaum noch Zeit, sich intensiv mit einer wichtigen Sache auseinanderzusetzen. Doch das wäre angesichts der Komplexität vieler Aufgaben allerdings dringend nötig.

Unsere Probleme und Ziele können wir nicht mehr mit einer 5-Minuten-Mail in den Griff bekommen. Sie erfordern mehr Einsatz und vor allem eine längere Konzentrationsphase. Wenn wir es nicht schaffen, uns diese Zeit der Ruhe und Konzentration zu nehmen, verlieren wir die Kontrolle über unsere persönlichen Herausforderungen. Es werden einfach zu viele. Das Gefühl der Überforderung wächst und wir können dem Chaos nicht mehr Stand halten.

Der zweite Schritt ist: Jeden Tag mindestens 30 Minuten volle Konzentration auf eine wichtige Aufgabe.

Fokuszeit - 30 Minuten volle Konzentration täglich

Das hört sich nicht nach sehr viel an. Aber wann hast Du Dich das letzte Mal für 30 Minuten nur auf eine Aufgabe konzentriert? Ohne dass Dich eine aufpoppende E-Mail gestört, ein Telefonanruf unterbrochen oder das kurze Lesen der aktuellen Nachrichten vom fokussierten Arbeiten abgehalten hätte.

Wenn Du diese „Fokuszeit“ das erste Mal ausprobierst, spürst Du vielleicht schon nach wenigen Minuten einen inneren Drang, etwas anderes zu machen. Du bist es gewöhnt, immer zwischen verschiedenen Dingen hin- und herzuwechseln. Dieses Multitasking funktioniert in Wahrheit aber nicht.

30 Minuten volle Konzentration ohne Ablenkung sind eine Trainingsfrage. Du wirst mit der Zeit besser und kannst länger fokussiert arbeiten. Mit ein paar einfachen Tricks fällt Dir der Einstieg leichter:

  • Geh an einen ruhigen Ort.
  • Stell alle elektronischen Geräte auf laut- und vibrationslos.
  • Leg die Geräte außer Reichweite.
  • Schalte das Internet aus.
  • Sag allen Menschen, die stören könnten, dass Du jetzt 30 Minuten Deine Ruhe brauchst.
  • Stell einen Timer auf 30 Minuten.
  • Starte durch!

Falls es um Dich herum sehr laut ist oder Du sowieso Schwierigkeiten hast, Dich zu konzentrieren, sperre alle äußeren Geräusche aus, indem Du mit guten Kopfhörern Musik hörst. Ich persönlich nutze sehr gerne ruhige Klaviermusik (www.solopianoradio.com).

Diese Fokuszeit ist besonders effektiv, wenn Du vorher schon einen genauen Plan gemacht hast, woran Du arbeiten willst. Es ist verschwendete Zeit, wenn Du die ersten 5 Minuten überlegen musst, was Du jetzt eigentlich tun willst. Außerdem kannst Du Dir so alle Informationen, die Du vielleicht noch aus dem Internet benötigst vorher ausdrucken (das Internet ist ja aus; Du musst also auch ohne Google auskommen…)

Natürlich kannst Du die Fokuszeit auf 45 Minuten oder eine Stunde steigern. Aber auch schon diese 30 Minuten täglich werden Dir sehr helfen. Und wenn Du Dich seit sehr langer Zeit nicht mehr so lange voll auf eine Sache konzentriert hast, solltest Du auch nicht mit mehr anfangen. Es geht darum, dass Du jeden Tag 30 Minuten fokussiert arbeitest – und nicht nur einen oder zwei Tage.

 

Jetzt bist Du dran. Setze die beiden Tipps um: Verzichte die erste Stunde des Tages auf Nachrichten und nimm Dir jeden Tag 30 Minuten für Deine Fokuszeit. Du wirst schnell merken, dass Du Dich nicht nur besser auf Deine wichtigen Projekte konzentrieren kannst, sondern auch in kürzerer Zeit viel mehr schaffst.

Viele weitere Strategien, wie Du erfolgreicher wirst und Deine Ziele erreichst, bekommst Du übrigens in unserem kostenlosen Newsletter. Melde Dich jetzt an!

5 Kommentare

  • Moin Sven-Alexander,

    sehr schöner Artikel mit viel Wahrheit.
    Ich habe kein Problem damit, mich zu konzentrieren, aber diese Informationsflut macht mir schon zu schaffen.
    Ich werde den Tipp auf jeden Fall einmal ausprobieren.

    Die zweite Quelle der Informationsflut neben den Nachrichten aus meiner Sicht sind die E-Mails. Normalerweise habe ich einen Tab mit meinen E-Mails offen und checke mindestens alle 30 min auf neue Mails.
    Nach Deinem Artikel habe ich den Tab geschlossen und mir vorgenommen max. 2 Mal täglich die Mails zu checken – mal schauen, was passiert ;)

    Schöne Grüße
    Marc

  • Morsche Sven-Alexander,
    schöner Beitrag mit Anregung zur Besinnung.
    Morgenritual und E-Mail Check sowie Aufgabensprint
    funktionieren.
    Ich gebe den engsten Kontakten eine Uhrzeit an,
    zu der ich den Check mache, das verhindert Drängeln
    und 1000 Mal abändern.
    Konzentration aufs Wesentliche erreiche ich durch
    meine Liste mit 5 Stärken, 15 Lob-E-Mails und
    den Energie-Eimer (schönes Vorhaben für danach).
    Ansonsten prüfe ich, ob wieder mal „ein Pianist
    gesucht, ein Schlagzeuger eingestellt, der dann
    Trompete spielen soll…“ vorliegt und grenze ab.
    Auch eine Form von Human Branding.
    Beste Grüße
    Nette

  • Servus Sven – Alexsander,
    eine Abgrenzung ist die Beste Abwehr und Lokale aufsuchen, an denen es sich ruhig und entspannt sein Essen mit Freunden, Geschäftspartner als auch mal für sich entspannt zu sein.
    Ich selbst Plane meine persöhnlichen STillezeiten genau
    ein und das mindesten 2-3mal die Woche für min. 30min.
    Liebe Grüße
    Heike

  • Vielen Dank für Eure Kommentare und Tipps. Ich freue mich immer riesig, wenn unter den Artikeln noch weitere Perspektiven zu finden sind. Das hilft allen weiter :)

  • Hi,

    wow toller Artikel. Ich befasse mich sehr viel mit Persönlickeitsentwicklung und finde das
    Thema Achtsamkeit und Verhaltenspsycholige sehr spannend. Mich würde deine Meinung zu meinem Artikel und auch anderen sehr freuen.

    Vielleicht hast du Interesse meinen Artikel dazu zu lesen.
    http://joshwagenbach.com/wie-kann-ich-mich-besser-fokussieren/

    lg malte

Was ist Deine Meinung?

*erforderlich, E-Mail wird nicht veröffentlicht.